Zwischen den Büchern

Ich befinde mich derzeit in einem Zustand, der für mich völlig ungewohnt ist: Ich befinde mich „zwischen den Büchern“.
Die Arbeiten an „Hexenherz – Eisiger Zorn“ sind soweit abgeschlossen, den Rest übernimmt der Verlag. Und für mich gibt es schreibtechnisch nichts mehr zu tun.
Mein Romandebüt erscheint aber erst am 1. März 2017, das sind noch lange dreieinhalb Monate …

Ich gebe offen zu, die Zeit, nachdem ich „Hexenherz – Eisiger Zorn“ in die fähigen Hände meiner lieben Verlagslektorin gelegt habe, genossen zu haben. Nicht, dass ich Zeitdruck gehabt hätte. Aber ich arbeite nunmal am besten, wenn ich regelmäßige Zeiten einhalte. Daher habe ich eigentlich die ganzen letzten Wochen vor Abgabe meines Buches an fünf bis sechs Tagen die Woche daran gesessen. Ein enormes Pensum, das ich nur bewältigen konnte, weil mein voll berufstätiger Ehemann mir viel in Sachen Kinder und Haushalt abgenommen hat.
Die „Endphase“ eines Buches ist ein Ausnahmezustand, gewiss, aber ein recht langwieriger. Daher haben wir es sehr genossen, als ich dann „frei“ war.

Die Wochen vergingen und wir holten nach, was alles liegen geblieben war. Dann – gerade, als mir begann, ein wenig langweilig zu werden – meldete sich das Lektorat zurück und es ging an die Überarbeitung. Außerdem haben der Verlag und ich uns noch ein bisschen was extra überlegt. Aber auch das ist jetzt alles unter Dach und Fach. Nun heißt es warten …

Oder auch nicht, denn ich könnte ja einfach das nächste Buch schreiben.
Ich weiß nicht, wie es anderen Autoren geht, aber ich bin immer noch recht überwältigt davon, das mein „Baby“ bald in die große weite Welt hinausgehen wird. Der Gedanke an ein zweites Buch kam mir daher erst recht spät, obschon er eigentlich sehr naheliegend ist.

Das nächste Buch also. Was darf`s denn sein?
Ich fühle mich sowohl als Leser, als auch als Autor in verschiedenen Genres wohl. Als Kurzgeschichten schreibe ich gerne Phantastisches, Krimis, Thriller, Humorvolles, manchmal auch Liebesgeschichten, ich bin da nicht festgelegt. Mein Debüt ist ein Fantasyroman, aber das legt mich ja nicht für immer auf dieses Genre fest.
Was mich allerdings irgendwie ganz fest im Griff hat, sind die Hexenherz-Welt und ihre Charaktere.

Es hat unheimlich großen Spaß gemacht, den Lauf der Geschichte unserer Welt zu verändern; ich habe einen Keil in das Jahr 1466 getrieben und ab da die Geschichte neu geschrieben. Gewaltige Veränderungen haben die Menschen eine völlig andere Richtung einschlagen lassen, als es in unserer jetzigen Welt der Fall ist. Diese neue Welt zu erschaffen und in ein entsprechendes Jahr 2016 zu führen, in dem Helenas Geschichte spielt, war mir eine Herausforderung, aber auch eine Freude. Zudem hat diese Welt hat eine Art Eigenleben begonnen, das mich ungemein fasziniert.

Dieses Eigenleben entwickelt sich dann, wenn man Dinge in ihren Folgen weiterdenkt: „Wenn dies und das so und so ist, was ist denn dann mit diesem und jenem?“
Es gibt bestimmte Dinge, der Menschheit einfach eigen sind. Bestimmte Entwicklungen, die von den verschiedensten Völkern und Kulturen zu verschiedenen Zeiten und an völlig verschiedenen Orten gemacht werden. Eindrücklichste Beispiele sind hier die Erfindung einer Schrift oder Formen der Architektur. Nicht jede Erfindung ist so zufällig, wie man glauben mag: oft gibt es aufgrund der vorherrschenden Naturgesetze nur eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten, die funktionieren. Doch egal, ob ich mit Hilfe eines Feuersteins Feuer mache oder durch Reibung Hitze erzeuge, ich mache in beiden Fällen Feuer, weil Feuer mir Vorteile bringt. Überall auf der Welt.
Das Selbe gilt für bestimmte Idee und Vorstellungen. Oder auch Gesellschaftssysteme: Wenn man die verschiedenen Möglichkeiten menschlichen Zusammenlebens betrachtet stellt man fest, dass es zwar vielfältige Formen gibt, diese aber insgesamt in durchaus überschaubarer Menge vorliegen. Weil irgendwann die Möglichkeiten erschöpft sind.

Herauszufinden, wie solche Dinge, Entwicklungen und Idee in der Hexenherzwelt angenommen, umgesetzt, verworfen oder sogar weitergeführt wurden, war mir eine spannende Angelegenheit und fast, als erforsche ich tatsächlich ein bisher von anderen unentdecktes Volk.

Da wundert es wenig, dass ich immer öfter mit dem Gedanken spielte, auch mein nächstes Buch wieder in dieser Welt anzusiedeln.

„Hexenherz – Eisiger Zorn“ ist eine ganze, in sich abgeschlossene Geschichte. Jedoch habe ich in Hinsicht auf manche Charaktere schon bedauert, ihre Geschichte nicht weiterverfolgen zu können. Warum dies also nicht im nächsten Buch machen?
Ich würde an dieser Stelle gerne verraten, wie und an welcher Stelle ich die nächste Geschichte ansetzen möchte, aber dann würde ich zu viel über das erste Buch verraten. Es wird definitiv wieder eine in sich geschlossene Geschichte werden, für deren Verständnis man das erste Buch nicht  gelesen haben muss. Es wird ein Wiedersehen mit einigen Personen aus dem ersten Buch geben, das … ihr ja noch gar nicht kennt, weil es erst im März erscheinen wird. Ich sagte ja, dass es merkwürdig ist: Ich hänge eben derzeit zwischen den Büchern.

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3 Gedanken zu “Zwischen den Büchern

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