Die Grenzen der Kreativität

Ich habe schon vor längerer Zeit festgestellt, dass meine Kreativität Grenzen hat.
„Was inspiriert dich?“, haben mich schon einige gefragt, „Wie kommst du immer auf sowas, woher nimmst du ganzen Ideen?“
Im Grunde genommen habe ich nicht die geringste Ahnung. Die Ideen sprudeln einfach in mir hoch, kommen zu mir und entwickeln sich weiter. Manchmal – viele kennen dieses „Problem“ – schneller, als ich schreiben kann.

Aber woher kommen die Ideen?
Das weiß ich nicht, aber ich weiß, wann die Ideen bei mir aufhören: Wenn ich zu viel geschrieben habe.
Ich las mal irgendwo den (sinngemäßen) Satz „Wer ausgebrannt ist muss vorher gebrannt haben.“
Da ist etwas dran.
Wenn ich an einer Geschichte schreibe, gibt es für mich so gut wie nichts anderes. Es ist mir in dieser Zeit nicht möglich, ein anderes Buch zu lesen. Ebensowenig, wie ich zwei Filme zeitgleich schauen könnte, kann ich mit vollem Einsatz gleichzeitig sowohl in einem Buch, als auch in meiner eigenen Geschichte „versinken“. Es gibt Bücher, die ich parallel lesen kann, ja. Doch das sind dann Bücher, die einfacher geschrieben sind, in die man schnell ein- und aus denen man ebenso schnell wieder aussteigen kann

Auch Filme können zum Problem werden. Während der Zeit, die ich an „Hexenherz – Eisiger Zorn“ gearbeitet habe, habe ich kaum ein anderes Buch in die Hand genommen und oft wollte bzw. konnte ich mir keinen tiefsinnigen Film anschauen; zu sehr war ich in Gedanken in der Hexenherzwelt gefangen und konnte keine zusätzliche Konzentration aufbringen.

Was erstmal gut und produktiv klingt, kann sich schnell als Falle herausstellen. Denn – zumindest meine – Kreativität ist irgendwann aufgebraucht.

Meine Kreativität bekommt neues „Futter“ durch Dinge, die ich erlebe.
Das können Gespräche mit Menschen sein, Unternehmungen mit der Familie, Treffen mit Freunden, ein Stadtbummel. Hauptsache draußen, Hauptsache weit weg von der Tastatur – und idealerweise internetfrei. So kann sich meine Kreativität erholen, ausruhen, auftanken.

Das klappt nicht immer. Ich habe schon ein paar Mal erlebt, dass ich es schlichtweg übertrieben habe. Etwa einmal, als ich  an „Hexenherz – Eisiger Zorn“ schrieb und zeitgleich an drei Schreibwettbewerben teilnehmen wollte, deren Einsendefristen im selben Monat lagen.
„Dann lass die Wettbewerbe weg“, sagt man sich dann. Und macht es trotzdem, weil man unbedingt möchte.
Das ist unvernünftig. Derartiges Verhalten hat schon einige Male dazu geführt dass in Sachen Schreiben bei mir gar nichts mehr ging. Dann musste ich sozusagen die Notbremse ziehen: Strikte und bewusste Schreibpause. Kein Schreiben, kein Lesen, auch in Bezug auf andere Dinge wie Recherchen oder Internetforen. Kompletter Stillstand. Eine Woche, zwei, drei, je nachdem. Und dann nicht wieder zu früh anfangen.

Meine Kreativität ist wie ein Feuer, das in mir brennt. Dieses Gefühl kennen viele Menschen und es ist oft das, was uns antreibt.
„Ich kann nicht anders, ich MUSS schreiben“, hört man von Autoren öfters.
Doch dieses Feuer muss beschützt und regelmäßig „gefüttert“ werden, sonst geht es aus und man ist ausgebrannt.

Wie so oft im Leben kann ich also jedem nur empfehlen, gut auf sich aufzupassen, behutsam mit sich selbst umzugehen und sich aktive und ganz bewusste Pausen zu gönnen. Zum durchatmen. Zum einfach mal nichts tun. Zum auftanken.

(Die Kekshäuschen auf dem Beitragsbild haben wir an einem sehr vergnüglichen Nachmittag gebastelt. Ihre „Errichtung“ hat sehr viel Spaß gemacht und sie schmecken einfach nur scheußlich.  😀 )

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