Die 31 Tage Autorenwahnsinn-Challenge, die letzten 3 Fragen

Schade, dass die Challenge jetzt schon fast vorbei ist … Hier die letzten drei Fragen – und natürlich die Antworten:

Tag 29: Poste ein Zitat aus deinem aktuellen Manuskript.
„Ich atme tief durch. Ich weiß, dass mir das nichts nützen wird. Dass es nichts ändern oder den Kampf, der mir bevorsteht, auch nur im Geringsten abmildern wird. Dennoch lasse ich die Luft in meine Lunge hinein- und wieder hinausströmen und nutze diesen kleinen, kostbaren Augenblick des Friedens, um mich zu sammeln. Dann öffne ich die Tür und betrete das Schlafzimmer meiner Mutter.“

Tag 30: Zeig uns den Instagram-Account eines befreundeten Autors – again!
Äh … und „again“ sage ich: ich bin nicht bei Instagramm. Stattdessen zeige ich einen interessanten Trick, den ich bald mal ausprobieren möchte und der absolut nichts mit schreiben zu tun hat:
http://company.mustang-jeans.com/de/blog-eintrag/in-3-schritten-zur-perfekten-jeans.html

Tag 31: Ein Ausblick in das Schreibjahr 2017 – was wünschst du dir?
Ich wünsche mir, dass „Hexenherz – Eisiger Zorn“ viele begeisterte Leser findet, den ein oder anderen zum nachdenken bringt und ganz allgemein die Welt ein bisschen besser macht,  🙂
Ich wünsche mir, dass mir das Schreiben weiterhin so gut von der Hand geht. Und da ich schon dabei bin wünsche ich mir noch, ich ein schönes Zuhause für zwei Wintermärchen finde, die mir sehr am Herzen liegen.

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Die 31 Tage Autorenwahnsinn-Challenge, Woche 4

Und weiter geht es mit der Schreibwahnsinn-Autorenchallenge:

Tag 22: Was ist dein liebstes Schreib-Accessoire? Ein Stift? Eine Tasse? Ein Block?
Laut Wikipedia bezeichnet „Accessoire“ ein „eigentlich nicht notwendiges, aber der Mode, dem Stil, dem Arrangement oder der Bildkomposition angepasstes Beiwerk, etwa in der Kunst, Literatur, Möblierung oder Bekleidung.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Accessoire)
Nach sorgfältiger Analyse der Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der obigen Deifinition bin ich zu dem Schluß gelangt, dass mein liebstes „Schreibaccessoire“ Spider Solitär ist. Zweifarbig.

Tag 23: Zeig uns etwas, das dich inspiriert, egal ob Bild, Buch, Film oder Musik!

spider-solitair-gewonnen

Im Ernst: Die ganze Welt inspiriert mich. Jeder Mensch, den ich sehe, alles, was ich tue oder andere tun sehe. Dann brauche ich nur noch Ruhe, um das Gesehene auf mich wirken zu lassen. Dabei höre ich dann Musik oder spiele Spider Solitär und wenn sich dann alles in mir sortiert hat, öffne ich das Schreibprogramm …

Tag 24: Zeig uns ein Foto deines aktuellen Projektes!
Egal ob auf dem Bildschirm deines PCs, ausgedruckt oder in einer anderen Form.

spider-solitair-neu

😀
Im Ernst: Habe soeben eine Geschichte für eine Anthologie abgeschickt.

ausschreibung

Die Ausschreibung läuft noch bis zum 31.03.2017, Infos findet ihr hier:
http://www.katzenkrimi.com/
Ansonsten schreibe ich am nächsten Buch bzw. arbeite noch am Plot, den ich jetzt aus logischen Gründen nicht zeigen werde.

Tag 25: Wir wollen dein Bücherregal sehen!
Welches?  😀
Hier mal eins:

buchregal

Tag 26: Zeig uns den Instagram-Account eines befreundeten Autors.
Schon wieder Instagram? Da bin ich nicht, war ich nicht und werde vermutlich auch in naher Zukunft nicht dort sein.
Stattdessen verlinke ich mal auf eine Nachrichtenseite meines Vertrauens: NachrichtenseitemeinesVertrauens

Tag 27: Wir wollen das Cover zu einem Buch sehen, das 2017 von dir erscheint!
Alternative: Sollte kein Buch von dir erscheinen/du noch kein Cover haben, dann verrate uns, welches Buchcover dir besonders gut gefällt!
Bitteschön:
hexenherz_cover

Ansonsten gefallen mir viele Buchcover. Schade, dass man sie nicht sieht, wenn die Bücher im Regal stehen.
Das jüngste, richtig gut gelungene Cover ist für mich das von „Bärenkönig“ von Mobidic. Da ich nicht mehr durchschaue, ob ich das Cover hier rechtlich gesehen einstellen darf oder nicht, hier ein Link:
http://www.tokyopop.de/manga/popcom-comic/young-adult/baerenkoenig/1454/baerenkoenig-einzelband

Tag 28: Mit welchen Autoren tauschst du dich aus? Wer sind deine Schreibbuddys?
Alternative: Solltest du für dich alleine schreiben, dann verrate uns doch stattdessen, mit welchem Autor du gerne mal einen Kaffee trinken würdest!
„Schreibbuddys“? Was ist das denn für ein Wort?  😀
Ich plaudere gern mit anderen Autoren im DSFo.
Zur Alternativfrage: Mit Val McDermid.
Meine größte Sorge ist nämlich – auch wenn es jetzt makaber klingt – dass sie irgendwann stirbt und ich nie erfahren werde, welches „Ende“ sie für Tony Hill und Carol Jordan vorgesehen hat. Diese Information würde ich ihr dann entlocken …  😉

Der Pitch

Aus aktuellem Anlaß hier der versprochene Beitrag zum Thema Pitch:
Was ist ein Pitch bzw. pitchen in Bezug auf das Schreiben?

Der Pitch ist quasi der „Appetizer“ unter den Werkzeugen. Er ist unfassbar klein und muss dennoch eine große Wirkung entfalten: Die Idee hinter einem Pitch ist es, jemanden – einen Verleger oder Literaturagenten – binnen kürzester Zeit von seiner Idee zu überzeugen.
Hier zwei hilfreiche Definitionen von „Pitch“ und „Elevator Pitch“:

http://www.dsfo.de/dsfopedia/index.php/Pitch
https://de.wikipedia.org/wiki/Elevator_Pitch

Ein Pitch muss kein Klappentext sein, kann es aber. Der wichtigste Unterschied ist der, dass bei einem Klappentext – logischer Weise – auf gar keinen Fall das Ende der Geschichte verraten werden darf; wer würde das Buch dann noch kaufen?
Bei einem Pitch dagegen kann man durchaus schon das Ende oder die Lösung anderer, aufkommender Konflikte verraten.
Es widerstrebt den meisten Autoren, schon das Ende ihres Manuskripts zu verraten, aber da muss man im Exposé sowieso durch (Beitrag dazu folgt), man braucht also keine falschen Hemmungen zu haben.

Wer unsicher ist, wie genau er einen Pitch schreiben soll, kann aber durchaus so vorgehen, als würde er einen Klappentext schreiben wollen. Hier ist eine sehr gute Übung, sich drei oder vier Lieblingsbücher zu nehmen und aus dem Gedächtnis heraus einen Klappentext dazu zu verfassen. 3-5 Sätze sind dabei ein gutes Maß. Diese Sätze dürfen natürlich etwas länger sein, sollten aber lesbar bleiben (Womit sich die Frage nach der Zeichenzahl erübrigt hat, sie ist schlichtweg irrelevant, wenn man sich an diese Vorgaben hält.)

Anschließend vergleicht man seine eigenen Klappentexten mit jenen, die die Verlage in Zusammenarbeit mit den Autoren, also die Profis, verfasst haben: Ist mein Text besser oder schlechter? Habe ich Aspekte unbeachtet gelassen oder anders gewichtet? Habe ich mehr oder weniger aufgegriffen? Welcher Klappentext ist ansprechender, spannender?
So kann man ganz einfach und ohne einen Cent zu bezahlen schon eine ganze Menge Übung und das Gefühl dafür bekommen.

Ein Pitch gehört neben dem Verfassendes Exposés an sich zu den unbeliebtesten Aufgaben, denen sich ein Autor stellen muss.
Wieso?
Weil es unglaublich schwierig ist, eine Geschichte auf wenige Sätze „herunterzubrechen“. All die liebevoll konstruierten Nebenfiguren, kleinere Handlungsstränge, hübsche Besonderheiten, das alles wird vermutlich geopfert werden müssen; für einen Pitch benötigt man die Essenz der Essenz.
Die gute Nachricht ist, dass sich das, was sich für so manchen Autor hinterher wie eine blutarme und zerfledderte Beschreibung anfühlt, für Außenstehende in der Tat ganz anders klingt: Spannend und neugierig machend – und darauf kommt es an!

Als Einstieg (Nicht als finale Formulierung!) ist es hilfreich, den ersten Satz mit „Es geht um …“ zu beginnen.

Ein mal ein Beispiel (Vorsicht: SPOILER! Im weiteren Text werden Teile der Handlung von „Harry Potter und der Stein der Waisen“ verraten!):

Harry Potter und der Stein der Weisen“ von J. K. Rowling:
Es geht um einen Jungen, der bei seinen ungeliebten Verwandten aufwachsen muss. Als er 11 Jahre alt wird, bekommt er einen Brief, dass er ….
STOP! Viel zu lang, das wird nichts, nächster Versuch:
Der 11jährige Harry Potter erfährt, dass er ein Zauberer ist und fortan nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, gehen darf. Zusammen mit seinen Freunden Hermine, deren Eltern Muggel sind, und Ron, der aus einer großen Zaubererfamilie kommt, besteht er …
STOP! Muss man unbedingt die Abstammung von Ron und Hermine kennen? Außerdem müsste man erklären, was „Muggel“ überhaupt sind. Das geht doch kürzer!
Der 11jährige Harry Potter erfährt, dass er ein Zauberer ist und fortan nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, gehen darf. Zusammen mit seinen Freunden Hermine und Ron besteht er …
Müssen wir seine Freunde schon jetzt mit Namen kennen?
Der 11jährige Harry Potter erfährt, dass er ein Zauberer ist und fortan nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, gehen darf. Zusammen mit seinen Freunden besteht er …
Jetzt noch ein bisschen Spannung rein – und natürlich einen Hinweis auf Du-weißt-schon-wen …
Der 11jährige Harry Potter erfährt, dass er ein Zauberer ist und fortan nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, gehen darf. Zusammen mit seinen Freunden erlebt er jede Menge Abenteuer – doch wird er auch den Mut aufbringen, sich dem bösesten aller Zauberer zu stellen?
So. Kleiner Vergleich mit dem offiziellen Klappentext:
https://www.carlsen.de/hardcover/harry-potter-1-harry-potter-und-der-stein-der-weisen/21245
🙂

Soweit der Klappentext. Der Pitch könnte dagegen etwas anders aussehen, da man ja das Ende verraten darf:
Vor vielen Jahren ermordete ein böser Zauberer namens Lord Voldemort die Eltern von Harry Potter. Dieser wächst bei ungeliebten Verwandten auf und erfährt erst  mit 11 Jahren, dass er selbst ein Zauberer ist. In Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, findet Harry zum ersten Mal Freunde  – und entdeckt, dass Lord Voldemort nicht wie alle denken gestorben ist, sondern nun auch noch Harry töten will. Mit Hilfe seiner Freunde, viel Mut und der Macht der Liebe schafft es Harry, die finsteren Pläne Lord Voldemorts vorerst zu verhindern.

Es gibt meist mehrere Möglichkeiten, einen Pitch zu gestalten, je nachdem, wo man den Schwerpunkt setzt oder welches Publikum man ansprechen möchte.

Wenn man seinen Pitch für einen direkten „Vortrag“ plant – wie etwa beim Meet&Greet – ist es das Beste, ihn zu üben. Es ist nicht so wichtig, sich wortwörtlich an seine Vorlage zu halten. Vielmehr muss man in der Lage sein, sein Buch/seine Idee/seinen Plot als Ganzes sicher, fehlerfrei und in einer logischen Reihenfolge zu präsentieren.
Am einfachsten ist es dabei, die Ereignisse chronologisch aufzuzählen („Vor vielen Jahren ermordete ein böser Zauberer namens Lord Voldemort die Eltern von Harry Potter. „ gleich zu Beginn anstatt später: „Zudem erfährt er, dass seine Eltern nicht bei einem Autoaunfall gestorben sind, sondern von einem bösen Zauberer namens Lord Voldemort ermordet wurden.“)
Ich kann nur jedem empfehlen, das pitchen mit einer zweiten Person zu üben; diese kann einem dann auch sofort Rückmeldung geben, ob alles verständlich war.
Wenn man jemandem direkt gegenüber sitzt, muss nicht alles perfekt sein. Das persönliche Gepräch bietet viele Möglichkeiten, sich zu korrigieren, Dinge zu ergänzen oder spontan seine Strategie zu ändern. Mein erster Pitch beim Meet&Greet letztes Jahr klang recht chaotisch; der nette Verleger hat dann gezielt Fragen gestellt, deren Antworten ich dann beim nächsten „Speeddate“ sofort mit eingebaut habe.
Benötigt man lediglich einen schriftlichen Pitch empfehle ich, ganz bewusst zwei oder drei sehr unterschiedliche Pitchs zu schreiben dann entweder den besten auszuwählen oder aber das Beste aus allen Pitches miteinander zu kombinieren.

Im übernächsten Beitrag schreibe ich dann etwas zum Thema Exposé.