(Kostenlose) Textanalysewerkzeuge

Manchmal frage ich mich, wie Autoren früherer Generationen überhaupt arbeiten konnten. Allein das Schreiben an sich muss die reinste Qual gewesen sein: mit Tinte auf Papier oder per Schreibmaschine. Jedes noch so kleinste Fehlerchen verdarb einem die ganze Seite und Dinge, die heute binnen kürzester Zeit möglich sind – wie etwa einen Satz löschen oder ergänzen, Absätze tauschen – waren so aufwendig, dass ich noch immer staune, welche Wälzer früher verfasst worden sind.

Die heutigen Erfindungen bieten so viel Schreibkomfort, dass man meinen sollte, Fehler gehörten der Vergangenheit an. Warum das nicht so ist, werde ich an anderer Stelle erörtern.
Heute möchte ich auf eine wirklich tolle Sache hinweisen, die einem helfen kann, seinen Schreibstil zu verbessern: Die Textanalysen.

Es gibt sicher unzählige Seiten und Tools, ich benutze bislang oft diese hier:
http://www.woerter-zaehlen.de/
und bin mehr als zufrieden.

Worum geht es?
Nicht darum, Wörter zu zählen; diese Funktion bieten heutzutage die Schreibprogramme.
Bei „Wörter zählen“ dagegen kann man seinen Text auch auf Wortwiederholungen analysieren lassen. Ich mache das mal mit diesem Text hier vor. Dafür markiere ich einfach das, was ich bislang geschrieben habe, und füge es in das Textfeld ein.

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Jetzt noch auf „Text analysieren“ klicken … Und hier das Ergebnis (die Angaben unter „Wortdichte“ gehen natürlich noch viel weiter):

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Dieses Beispiel ist etwas unspektakulär. Wäre dieser Text ein Auszug aus einem Roman oder einer Kurzgeschichte, würde ich allerdings überprüfen, ob ich nicht ein paar „Ich“s vermeiden könnte.
Wörter wie „und“, „dann“, „ist“, „er“ usw. kommen natürlich öfter vor als „Xenomorph“ oder „Haussegen“. Dennoch sind solche Tools eine tolle Sache, mit deren Hilfe man eigene Wortvorlieben erkennen kann (bei mir ist eine das Wort „aber“) und einer zu häufigen Verwendung entgegenwirken kann, indem man sie gezielt an manchen Stellen durch Synonyme ersetzt.
(Synonyme findet ganz schnell und einfach unter anderem hier:
http://www.synonyme.de
http://synonyme.woxikon.de/
oder
https://www.openthesaurus.de
Auch einige Schreibprogramme bieten einen Synonymfinder.)

Auch eine schöne Sache sind Programme, mit deren Hilfe man Füllwörtern zu Leibe rücken kann, wie etwa hier:
http://www.schreiblabor.com/fuellwoerter-test/

Auf dieser Seite sind 360 typische Füllwörter aufgelistet; hier ein Auszug:
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Hier das Ergebnis für meinen Text; die jeweils erkannten Füllwörter sind dann in der Füllwörterliste markiert:

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Ein wirklich nützliches Werkzeug! Allerdings muss ich hier zur Vorsicht raten: Fast kein Text kommt ohne die genannten Wörter aus und ein Programm kann zwar das Vorkommen dieser erkennen, nicht aber, ob sie tatsächlich als Füllwörter gebraucht werden oder notwendig sind. Genauso kann die bestimmte Verwendung von Füllwörtern Teil des Schreibstils sein, es gilt also wie immer: ein Werkzeug ist ein Werkzeug und als solches nur so gut wie der Mensch, der es benutzt. Man würde schließlich auch nie auf die Idee kommen, sich von einem Hammer oder einer Säge Vorschriften machen zu lassen.  😉

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