Fehlerblindheit 3: Was man gegen Fehler tun kann

Ich denke nicht, dass man immer und überall Fehler vermeiden kann. Wie gezeigt, haben Rechtschreibüberprüfungsprogramme ihre Grenzen und Autoren, Testleser und Lektoren sind nunmal auch nur Menschen.

Wie bereits gezeigt, gibt es 5 Gründe, warum wir Fehler so oft übersehen:

1..Die Betriebsblindheit
2. Die Buchstaben
3. Das menschliche Gehirn
4. Die (Mit-)Gesprochene Sprache
5. Der Bildschirm

Hier nun ein paar hilfreiche Gegenmaßnahmen:

1..Nichts hilft so gut gegen Betrieblindheit wie zeitlicher oder persönlicher Abstand.
Den persönlichen Abstand erreicht man, indem man andere Personen den Text lesen läßt: die Testleser. Sie können das tun, was wir so oft nicht können, und zwar unseren Text nur von Außen betrachten. Daher fallen ihnen Fehler besser und schneller ins Auge, als dem Autor selbst.
Der zeitliche Abstand ist schon schwieriger. Und eigentlich ganz einfach: Den fertigen Text einfach mal ein paar Wochen liegen lassen. Man wird schnell feststellen, dass man beim erneuten lesen plötzlich einen ganz anderen Blickwinkel darauf hat; man hat sich dem eigenen Text entfremdet, so dass man die Möglichkeit hat, das ganze mit anderen Augen zu betrachten. Das mag merkwürdig klingen, klappt aber tatsächlich ganz hervorragend – sofern man die Geduld besitzt oder überhaupt die Zeit dazu hat.

2. Es kann tatsächlich helfen, wenn man für sich persönlich eine andere Schriftart wählt. Da muss man einfach ein bisschen rumprobieren. Ich komme zum Beispiel mit Verdana wesentlich besser zurecht, als mit den üblichen Verdächtigen Times New Roman und Arial Black.

3. Was auf jeden Fall eine verflixt gute Technik ist, ist rückwärts lesen. Dadurch verlieren die Worte ihren Sinnzusammenhang und werden dadurch nicht sofort richtig gelesen. Leider muss ich dazu sagen, dass diese Technik natürlich für kurze Texte sehr gut geeignet ist, man aber bei langen Texten an seine Grenzen stößt.

4. Ein absolutes MUSS ist das Ausdrucken des Textes! Das ist vor allem bei längeren Texten mit Kosten verbunden, die man gerne vermeiden würde. Dennoch finden die meisten Menschen auf diese Art viel mehr Fehler, als allein bei der Kontrolle vorm Bildschirm.

5. Gezielt nach Schwächen suchen! Es gibt in den gängigen Schreibprogrammen diese wunderbare Funktion „suchen“ bzw. „suchen und ersetzen“ – die kann man für sich nutzen!
Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich oft „ABend“ statt „Abend“ schreibe, kann ich ja nach „ABend“ suchen lassen; kenne ich meine Schwäche bezüglich der „das/dass“-Schreibung, kann ich auch dies gezielt kontrollieren usw.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweise für alle, die wie ich Fehler auf dem Ausdruck markieren und dann am PC korrigieren: Ich rate jedem, der es mit einem längeren Text zu tun, den Text rückwärts zu korrigieren!
Der Grund ist einfach: Manchmal streicht man im Zuge einer Korrektur ganze (Ab-)Sätze; doch auch, wenn es nur hier und dort ein Wort ist, das eingefügt oder ersetzt wird, läppert sich da Einiges zusammen. Sprich: Was vorher Seite 65 war, ist vielleicht mittlerweile Seite 66 geworden. Das klingt etwas unspektakulär, aber es ist ein enormer Arbeitsaufwand, jedes Mal erst wieder die richtige Zeile, in der sich der Fehler versteckt, zu finden. Man sollte nicht unterschätzen, wie sehr sich Absätze im Zuge der Korrektur verschieben können.

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