Wie es ist, sein eigenes Buch zu lesen

Merkwürdig. Aber von Anfang an.

„Hexenherz – Eisiger Zorn“ kam überraschend schon am 13. Februar statt wie geplant am 1. März heraus. Das hat mich ehrlich gesagt eiskalt erwischt, wollte ich mich doch noch so richtig schön in eine erwartungsvolle Hibbeligkeit hineinsteigern.
Andererseits war das vielleicht garnicht mal so schlecht; wie wenn einer ein Pflaster schon bei „2“ statt erst bei „3“ abzieht.

Da war es also nun, mein „Baby“: Druckfrisch, funkelniegelnagelneu und wunderschön!
Vor allem aber … groß. Ich kann das nicht anders beschreiben. Das Cover kannte ich schon lange; ich durfte bei der Erstellung sehr viel mitreden, Wünsche äußern und Vorschläge machen. Wir haben gemeinsam viel herumprobiert und sind alle stolz auf das Ergebnis.
Jedoch ist es eine Sache, das Cover am Computerbildschirm anzuschmachten oder sich auf Visitenkarten drucken zu lassen und eine ganz andere, es 13,8×21 cm groß in der Hand zu halten. Wow.

Dann der große Augenblick: Herzkribbeln, Buch aufschlagen, aufatmen: Die Widmung ist schonmal perfekt!
Und dann liest man auch schon los …

Es ist etwa 7 Monate her, dass ich Helenas Geschichte aufgeschrieben und an den Verlag geschickt habe. Natürlich gab es bald ein Wiedersehen: Im Lektorat wurde HEZ auf Herz und Nieren geprüft und jedem Fehlerchen der Garaus gemacht!
Dennoch habe ich das Buch nie als Buch gelesen, sondern eben auf Fehler hin untersucht. Das ist kein Vergleich dazu, wenn man gemütlich auf dem Sofa einen Krimi verschlingt, sondern eher so, als würde man die Facharbeit eines Freundes (sehr oft 😀 ) Korrektur lesen.

Ich befand mich also in einem seltsamen Stadium. Ich schrieb schon einmal, dass man aus der zeitlichen Distanz heraus einen ganz anderen Blickwinkel auf das eigene Geschrieben bekommt. Und genau das ist passiert: Ich begann zu lesen und stellte fest, dass ich eben nicht mehr sämtliche Passagen auswendig aufsagen konnte, ich hatte mich meinem eigenen Text entfremdet.
Gleichzeitig aber waren mir besonders prägnante Textstellen noch blitzsauber im Gedächtnis, die Handlung an sich natürlich auch.

Wie las ich also nun mein eigenes Buch?
Ein bisschen verängstigt – was, wenn ich einen richtig peinlichen Fehler entdecke, der irgendwie die lektorische Desinfizierung überlebt hat?
Ein bisschen melancholisch – ich erinnerte mich bei vielen Passagen an die schier unendlichen Stunden, die ich mit den Recherchen dazu verbracht habe.
Ein bisschen verblüfft – habe das wirklich alles ich geschrieben?
Ein bisschen erleichtert – mir gefällt, was ich geschrieben habe!
Ein bisschen vorrausdenkend – auf wen oder was werde ich im nächsten Buch nochmal eingehen?
Ein bisschen verwirrt – ich weiß doch, wie es weitergeht, also warum kann ich das Buch gar nicht  mehr aus der Hand legen?
Und natürlich … eine ganze Menge stolz! 🙂

Den wunderbaren Mitarbeitern des acabus Verlages ist es gelungen, aus meinem Manuskript auf mysteriöse wie zauberhafte Weise ein richtiges, echtes Buch zu machen – An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichsten Dank für die wunderbare Zusammenarbeit!!!!

… und jetzt bin ich gespannt, wie ich in ein paar Jahren diesen Beitrag hier lesen werde. Vermutlich köstlich amüsiert über meine eigene Aufregung, 😀

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6 Gedanken zu “Wie es ist, sein eigenes Buch zu lesen

    1. 😀 Eigentlich hat es mir der Verlag erzählt, ich hatte das nur falsch vestanden. Daher war ich sehr überrascht, als die ersten „Monika, dein Buch ist heute angekommen!“-Nachrichten bekam! 🙂

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  1. Überraschende Wendungen…überzeugende Charakte… An der einen oder anderen stelle merkt man das Erstlingswerk… Aber bin jetzt schon gespannt auf teil 2… Will nicht spoilern, aber wird es was… *** ******* *** ***** ******?… Werde teil 2 auch kaufen, hoffentlich bald ☺

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    1. Vielen Dank, Schwesterchen! Ich freue mich sehr, dass es dir gefallen hat, zähle ich dich doch zu meiner kritischsten Leserin! 😉 Deine Fragen werde ich selbstverständlich NICHT beantworten, 😀
      Ein paar (wenige) Informationen zum nächsten Buch findest du hier:
      https://monikaloerchnersite.wordpress.com/2016/11/15/zwischen-den-buechern/

      Bin derzeit noch voll mit allem rund ums erste Buch beschäftigt, arbeite aber auch nebenbei fleißig am nächsten Buch, das in der HExenherzwelt spielen wird. 🙂 Das wird allerdings kein zweiter Teil werden, sondern ebenso wie das erste Buch in sich abgeschlossen sein.

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