Meine erste Lesung im Second Life

Letzten Sonntag war es dann so weit: Nach einem letzten Soundcheck mit Thorsten saß ich gespannt vor meinem Computer, den Blick auf die wunderbare SecondLife-Landschaft, die liebevoll unter anderem mit riesigen Hexenherzbüchern verziert war und hibbelte der Ankunft meiner lieben Zuhörer entgegen. Und die kamen. Nach und nach füllten sich die Plätze und ich war schwer begeistert: Ich hatte nicht erwartet, dass so viele Leute kommen würden!
Witzig ist das im SecondLife: Man kann miteinander sprechen – was in meinem Fall bedeutet, dass man einfach so in den leeren Raum spricht und sich ein bisschen so fühlt, als würde man ein Selbstgespräch führen – oder eben chatten. Mitlesen und -hören kann anscheinend jeder, der sich in der Nähe befindet. Also ungefähr so wie im wahren Leben auch. Skurril.

Überhaupt war mir die Situation sehr befremdlich, dass da all diese netten Menschen saßen und mich hören konnten, selbst aber nichts sagten. Gut, wenn man eine Lesung hält ist das der Idealfall, 😀 Dennoch bat ich aus diesem Grund die netten Zuhörer, mir doch bitte einmal „Hallo“ zu sagen. Und das taten sie: Via Mikrofon und Chat. Ich habe mich sehr darüber gefreut! Überhaupt waren die alle so nett, klasse! Nach jedem vorgelesenen Abschnitt gab es Applaus und Lob, das hat mich sehr überrascht.

Sowieso war die Stimmung sehr herzlich und gut gelaunt. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen. Wie immer gab es den ein oder anderen Verhaspler, aber das passiert eben, davon darf man sich nicht unterkriegen lassen.
Besonders gefallen hat mir, dass der liebe Thorsten bei einer Textstelle mitgelesen hat. Und schon träume ich von „Eisiger Zorn – Das Hörspiel“, 😀 Organisatorisch sah das Ganze übrigens so aus: Es hieß, ich hätte eine Stunde Zeit, solle also wegen Zeitabzug für Plaudereien, Nachfragen etc. Texte für eine Dreiviertelstunde vorbereiten. Das hatte ich so ungefähr, das sah dann so aus:

  1. Seite 22 (Annalen), 0,5 Seiten, 1 Minute
  2. Seite 8-10 oben (Anfang), 2 Seiten, 4 Minuten
  3. Seite 26-30 (Richard), 4 Seiten, 8 Minuten
  4. Seite 41-42 Mitte + Ende (Mojserce), 1,5 Seiten, 3 Minuten
  5. Seite 246 Mitte – 251 Mitte (Im Gasthof), 4,5 Seiten, 9 Minuten
  6. Seite 92-103 (Glennas Geschichte), 10,5 Seiten, 21 Minuten

(Wie man gute Textstellen zum Vorlesen findet, erzähle ich in einem anderen Beitrag.)
Die Chronologie der letzten beiden Szenen ist aus dem Grund vertauscht, weil ich die 5. Textstelle unbedingt drin haben wollte, da mich dabei wie gesagt Thorsten unterstützt hat. Glennas Geschichte dagegen ist zweifellos spannend und tragisch, aber eben auch von der Seitenlänge her ein ganz schöner Brocken. Ich entschied also, spontan zu entscheiden, ob ich sie noch lesen werde oder nicht.
Es kam dann zu einem „oder nicht“.
Auch die erste Textstelle kam nicht zum Einsatz, da ich fast alles, was darin vorkommt, schon in der Anfangsplauderei mit Thorsten erzählt habe. Dafür habe ich Textstelle 3 aus Versehen 3 Seiten zu früh begonnen, weil ich noch eine Markierung aus einer vorherigen Lesung im Buch kleben hatte.
Aber auch von solchen spontanen Änderungen darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich bin zwar großer Fan sorgfältiger Planung, aber alles kann man nun auch nicht vorhersehen, dafür sind wir alle zu sehr Mensch.
Nach der Lesung an sich gab es noch ein paar Fragen. Es macht mir jedes Mal großen Spaß, die zu beantworten, ich fühle mich dann wie eine frischgebackene Mutter, die am liebsten den ganzen Tag über ihr Baby reden könnte, 😀
Ich habe mich sehr gefreut, wie toll das alles abgelaufen ist. Ich bedanke mich sehr herzlich bei Thorsten Küper für die Einladung und Anleitung, bei Barlok Barbosa für das wunderbare Bühnenbild und bei allen Zuhörern und Zuhörerinnen, die ich nicht alle beim Namen kenne. Es war mir eine ganz wunderbare Erfahrung, im SecondLife zu lesen. Das können wir gerne wiederholen! 🙂

So eine tolle Atmosphäre, so eine freundliche, höfliche, charmante und warmherzige Zuhörerschaft – einfach toll!
Und weil das so schön war, gibt es hier noch ein paar Bilder für Euch; mehr Bilder findet Ihr auch noch auf dem Blog des lieben Burkhard unter http://buktomblog.blogspot.de/2017/05/alle-frauen-sind-hexen-lesung-in-sl-mit.html

Ein Platz inmitten eines Waldes. Ein uriger Gasthof. Wir sitzen draußen, es wird bereits dunkel.
So viele Menschen! Ich sitze auf meinem rosafarben bezogenen Stuhl und Staune, während ich gleichzeitig daheim auf meinem schwarzen Drehstuhl sitze und staune. 😀
Rechts von mir der wunderbare Thorsten Küper, links von mir die liebe Kollegin Regina Schleheck, die nach mir gelesen hat.
Diese riesigen Hexenherzbücher – klasse! 🙂
Und da bin ich bzw. mein Helena-Avatar. Lesend. Das sieht merkwürdig aus, hat aber Ähnlichkeit mit mir, wenn ich zuhause auf dem Sofa rumlümmele und lese, 😀
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7 Gedanken zu “Meine erste Lesung im Second Life

  1. Guten Tag Monika,

    na das freut einen ja, wenn es Dir so gut gefallen hat!

    (( Anmerkung, die später gelöschte werden kann / sollte: Du meinst sicher nicht „Plötze“, sondern „Plätze“, im Bericht. ))

    Interessant ist es, mal wieder ein neues feedback von „Außen“ zu bekommen. Richtig, die Voice-Chat Disziplin bei Lesungen ist wirklich sehr gut, da handeln stets alle sehr respektvoll. Kleine Versehen gibt es mal, ein offenes Mikro, eine nicht deaktivierte Voice-Geste, o.ä. – Aber da werden dann untereinander sehr schnell die „selbstregulierenden Kräfte“ wirksam! :-))

    Wir hätten da durchaus eine lebhafte Gruppendiskussion führen können- aber es ging ja zunächst darum, dass DU liest und WIR hören.

    Die Kombination Voice und / oder Textchat sehe ich als großen Vorteil von SL. Ich selbst bin dort mit Tippen aufgewachsen und bevorzuge es. Bei Anderen ist es halt andersherum.

    Ich hoffe, Du kommst bald einmal wieder!

    MfG
    BukTom Bloch (SL)
    aka
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.

    P.S.:
    Ich kann die Bilder hier bei Dir leider nicht vergrößern, zum Anschauen.
    Du hast schon darauf hingewiesen: bei mir im Blog lassen sie sich anklicken und sind dann (hoffentlich bei Jeder / Jedem) formatfüllend zu sehen.
    http://buktomblog.blogspot.de/2017/05/alle-frauen-sind-hexen-lesung-in-sl-mit.html

    Gefällt mir

    1. Danke für den Hinweis, lieber Burkhard, ich habe dann mal die „Plötze“ zu „Plätzen“ umgewandelt, 😀
      Stimmt, ich kann die Bilder hier auch nicht vergrößern. Sind ja auch nur Screenshots, wenn ich die manuell vergrößere, wird die Quali schlecht.
      Ich finde es auch gut, dass man sowohl reden als auch tippen kann! So kann jeder nach seinem Naturell kommunizieren. 🙂

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