Eine gewisse Ratlosigkeit …

… macht sich derzeit in mir breit.

Grund dafür ist meine neue Autorenseite. Die alte werde ich ja aufgrund der neuen DSGVO-Bestimmungen schleißen müssen. Ich habe schon drei Interviews von lieben Kollegen auf die neue Seite übertragen. Aber jeden Beitrag? Das sind fast 100 Stück – ich habe weder so viel Zeit, noch so viel Langeweile. Sicher gibt es auch irgendwo irgendwie ein schlaues PlugIn oder Programm, mit dem ich die Daten „mühelos“ überragen kann, aber wenn, dann übersteigt das meine Kenntnisse und mit Sicherheit auch meine Fähigkeiten.

Ich denke daher, dass ich es dabei belassen werde, die Interviews hinübergeschoben zu haben. Ich würde ja sagen, kommentiert bitte, wenn Ihr einen Beitrag gerne auch hier lesen würdet, aber die Kommentarfunktion muss ja leider geschlossen bleiben. 😦

Wer dennoch mit mir in Kontakt treten möchte, Fragen oder Anmerkungen hat, kann mir gerne unter Monika.Loerchner(at)web.de schreiben. 🙂
Beachtet dabei nur bitte, was ich hier ganz unten bei „Datenschutz&Impressum“ zum Thema Manuskripte geschrieben habe.

Vielleicht werde ich mit der Zeit den ein oder anderen älteren Beitrag dann auch noch auf die neue Seite einpflegen, aber das halte ich mir offen.

Na ja, das wird schon. Und es wird noch besser! 🙂

Denkt bitte daran: Diese Seite zieht um auf Monika-Loerchner.de!

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**ACHTUNG ** NEUE BLOGADRESSE ** NEUES BLOG ** HIER BALD SCHLUSS **

Liebe Follower und Leser!

Ich betreibe dieses Blog seit 2,5 Jahren. In dieser Zeit hat sich viel Schönes hier angesammelt; leider ist es mir aufgrund der neuen Datenschutzbestimmung nicht möglich, dieses Blog hier weiterzuführen.
Grund dafür ist, dass ich hier mit einer Gratisversion von WordPress arbeite, bei der ich viele nun nötige Einstellungen einfach nicht vornehmen kann.
So kann ich beispielsweise fast keine nötigen PlugIns installieren oder alte deinstallieren.
Das nötige Upgrade würde ic unverhältnismäßig viel Geld kosten.

Daher habe ich jetzt den Anbieter gewechselt und baue eine neue Seite auf. Es wird also weitergehen!

Gebt mir noch ein paar Tage Zeit, mich da durch zu friemeln, aber ein bisschen was steht schon.

Dieses Blog hier werde ich zum 25.5.2018 hin „versiegeln“, also passwortschützen; ich möchte ja all Eure Kommentare und Likes behalten! 😉

Weitergeht es dann auf:

http://monika-loerchner.de/

Ich freue mich darauf, Euch dort wiederzusehen! 🙂

 

Anders als ich

Diese Tage las ich endlich mal wieder ein richtig gescheites Buch.

„Ein gescheites Buch“ bedeutet bei mir – da ist ja jeder anders – dass ich mich richtig reinschmökern konnte. Mitdenken war angesagt, aber nicht so, dass es anstrengend wurde. Die Handlung bot genügend Sicherheit, um sich stets zurechtzufinden (mit Büchern, die in fiktiven Welten spielen, habe ich manchmal meine Schwierigkeiten und finde leider nicht immer hinein); dennoch gab es eine Menge überraschende Wendungen, die den Spannungsbogen stets aufrecht hielten.

Meine Rezension zu „Wonders Macht“ von meinem lieben Kollegen Mika Jänisen folgt noch.

Was mich aber wieder einmal total begeistert hat ist die Tatsache, dass der Kollege so ganz anders schreibt als ich!

Immerhin spielen unser beider Bücher im heutigen Europa, wir orientieren uns also in Etwa an der selben Welt. Dass dabei inhaltlich etwas total anders herauskommt, ist ebenso logisch wie verblüffend.

Was mich aber wirklich fasziniert ist, dass Mika vom Stil her so ganz anders schreibt als ich!

Es ist heutzutage viel Einheitsbrei unterwegs; gerade in der Prosa sind Schreibstile unterwegs, die ich nicht voneinander unterscheiden könnte, und wenn mein Leben davon abhinge.
Es gibt Kollegen und Kolleginnen, die mit Absicht „massentauglich“ schreiben; andere wiederum wollen um jeden Preis auffallen, anecken, anders sein.

Ich schreibe, wie ich schreibe. Zumindest, wenn es um Romane geht, bemühe ich mich nicht um einen bestimmten Stil: ich schreibe einfach.
Bei Gedichten, Essays und Kurzgeschichten sieht das schon anders aus. Da spiele ich gerne mit der Sprache herum, probiere Neues aus. Wenn man aus der Ich-Perspektive eines Erzählers schreibt, muss man sich als Autor natürlich diesem Erzähler anpassen. Ein Arzt benutzt ein anderes (Fach-)Vokabular als ein Schreiner. Wer noch nicht lange in Deutschland ist, mag einen noch nicht richtigen Satzbau haben und wer gestresst ist, flucht schonmal wie ein Kesselflicker usw. (Wobei Personen unter 20 vermutlich diesen Ausdruck garnicht mehr benutzen würden).

Dennoch klingt der ganz eigene Schreibtsil – so denn vorhanden – immer durch. Behaupte ich mal. Und weiter behaupte ich mal, dass man den auch nur mit sehr viel Mühe und Not überschreiben kann.

Ich könnte etwa ohne Mühe eine (gute!) Kurzgeschichte schreiben, die aus lauter Bandwurmsätzen besteht. Oder eine, bei der ich die Sprache auf ein Minimum reduziere.

Mal ausprobieren, ich beschreibe einfach mal eine Szene. Erst normal, dann „verbandwurmsatzt“ und dann reduziert.

1. „Normal“:
„Sie seufzte. Der Kaffee in ihrer Tasse war längst kalt geworden. Dennoch nahm sie probehalber eine Schluck. Widerlich, nicht mal mehr lauwarm!
Sie könnte aufstehen, in die Küche gehen und sich einen neuen Kaffee aufbrühen. Doch irgendetwas hielt sie davon ab. War es der graue Himmel, der schon seit Stunden Regentropfen auf die Erde fallen ließ? Der kalte Lufthauch, der immer wieder aus der Ritze unter dem schlecht gedämmten Fensterrahmen zu ihr hinüberwehte und sie stets frösteln ließ? Oder weil sie wusste, dass sie vermutlich auch der nächsten Kaffee über ihre Grübeleien  kalt lassen werden würde?“


2. „Verbandwurmsatzt“
„Ihr Seufzen wurde von dem kalten Lufthauch, der immer wieder zwischen den Ritzen des schlecht gedämmten Fensterrahmens hinkam, weggeweht, ebenso, wie sich der Duft des vormals heißen Kaffees mittlerweile in den Raum verflüchtigt hatte. Der unaufhörliche Regen, der von den grauen Wolken eines tristen Himmels bereits seit Stunden ausgespuckt wurde, wusch nicht nur den Feinstaub aus der Luft, sondern auch, zumindest schien ihr das so, alles an Motivation und Freude aus ihrem Leben.“

(Verflixt: Diese Version gefällt mir gerade viel besser! :D)


3. Kurz und knapp.

„Seit Stunden Regen. Der Kaffee längst kalt. Es zog und sie fröstelte, während sie weiter durch die Fensterscheibe ins Nichts starrte.“


Verflixt, jetzt gefallen mir alle Versionen! 😀

Egal. Hier sieht man hoffentlich deutlich, was ich meine. Jede dieser Versionen hat wie ich finde etwas für sich. Mein „Komfortstil“ ist aber eindeutig die erste Variante. Ich könnte einen Text in einer der andern beiden Formen schreiben, keine Frage, aber würde mich das irgendwann nerven, mir zu anstrengend werden. Schreiben ist immer Arbeit, klar, aber, hm, das wäre in etwa so, als müsste ich den ganzen Tag lang in einem Abendkleid herumsitzen: Mal ist das sicher toll und man fühlt sich großartig! Aber irgendwann sehnt man sich doch nach dem, worin man sich eben auch in Alltagssituationen wohler fühlt.

Ich jetzt behaupte ich einfach wieder mal – ich könnte Mika ja auch einfach fragen, fällt mir da ein, :D.
So, erledigt, und Mika hat meinen Verdacht bestätigt: Er schreibt auch einfach so, ohne darüber nachzudenken.
Wir denken die ganze Zeit nach, WAS wir WIE schreiben; aber dabei geht es um den Inhalt, weniger um den Stil.

Und nun komme ich zu dem, was mich so verblüfft und erfreut: Mika schreibt ganz anders als ich! Ganz anders! Mit ganz anderen Satzkonstruktionsvorlieben. Und mit ganz anderen Inhaltsschwerpunkten.

Logisch, dass auch die Wörter, die wir verwenden, unterschiedlich sind. Aber die Art, wie wir etwas beschreiben und vor allem auch, WAS wir beschreiben, ist so unterschiedlich, dass ich beim Lesen des Buches immer wieder innegehalten und gestaunt habe.

Verschiedene Arten der Beschreibung sind oft der Textgattung geschuldet: In einem Gedicht muss jede Silbe sitzen, in einer Kurzgeschichte (fast) jedes Wort. Da schreibt man „dichter“, es geht ja garnicht anders.
Je länger der Text, desto mehr Zeit hat man als Autor. Schreibt man dennoch „dicht“, kann es sein, dass es dem Leser sehr anstrengend wird, am Ball zu bleiben (siehe „Das Dichte, das Weite und das Dazwischen„).

Eine normale Stadt in Deutschland muss ich dem Leser nicht en Detail beschreiben, eine exotischere Stadt dagegen schon. Oder doch nicht?

Was muss beschrieben werden, was nicht?
Es gibt Autoren und Autorinnen, die sich in ausführlichsten Landschaftsbeschreibungen ergehen. Oder jeden Millimeter eines Bauwerkes verbildlichen. Das äußere Erscheinungsbild einer Person kann knapp, ausführlich oder auch garnicht beschrieben werden.
Die Gefühle einer Person? Auch da unterscheiden sich die Schriftsteller untereinander. Manche beschreiben ausführlich, was ein Protagonist empfindet, andere benutzen nur „Show, don`t tell“, bei dem eigentlich garnichts an Gefühlen erklärt, sondern nur gezeigt wird („Seine Hände begannen zu zittern“ statt „Er hatte Angst“), oder natürlich Mischformen.
Bei Ereignissen wird es noch interessanter, denn sie bieten sich besonders gut für (versteckte) Andeutungen an.

Worauf ein Autor/in seinen/ihr Augenmerk legt, ist aber auch unabhängig vom Inhalt grundverschieden. Wie erkläre ich das nur so, dass Ihr versteht, was ich meine?
Mit einem Rezept!

Ich teile mit Euch mal unser leckeres Gemüse heute. Und das geht so:

Variante 1:
Zutaten (für 3-4 Portionen):
– 1 kleine Weißkohl oder 1/2 großer
– 1-2 Zwiebeln
– 4 Scheiben Schinkenspeck
– 1/2 rote Paprika
– 1 EL Sonneblumenöl
– 1 EL Erdnussöl
– 1 TL Salz
– 1 Ecke Streichkäse

Schneidet Kohl, Zwiebeln, Schinkenspeck und Paprika in kleine Stücke und bratet alles in dem Öl, bis der Kohl durch ist. Anschließend mit Ernussöl und Salz abschmecken und Käse unterrühren. Guten Appetit!


Variante 2:
Nehmt eine Pfanne mit hohem Rand oder einen Wok. Das ist wichtig, damit später beim rühren nichts danebengeht. Wer keine hohe Pfanne oder einen Wok hat, kann auch einen großen Topf nehmen.
Schneidet 1-2 Zwiebeln in kleine Stücke und bratet sie auf mittlerer Heizstufe in ca. 1 Esslöffel Sonnenblumnenöl an. Schneidet eine rote Paprika auf, entfernt die Kerne und die weißen Stellen und schneidet dann eine Hälfte ebenfalls in kleine Stücke. Die gebt ihr dann mit in die Pfanne.
Nehmt jetzt einen kleinen Weißkohl oder einen halben ganzen, entfernt mit einem Messer den Strunk und schneidet ihn in ca. 2x2cm große Stücke. Gebt den Kohl mit in die Pfanne und rührt um.
Jetzt nehmt ihr noch 4 Scheiben Schinkenspeck, schneidet oder reißt sie klein und gebt sie mit in die Pfanne.
Das Ganze muss jetzt ungefähr 30 Minuten garen. Rührt zwischendurch immer mal wieder um. Der Kohl ist dann durch, wenn er sich weich kauen lässt.
Nun gebt noch einen Esslöffel Erdnussöl dazu (das muss aber nicht) und einen halben Teelöffel Salz. Wenn möglich, gebt noch eine Ecke oder 3-4 Teelöffel Streichkäse hinzu. Das Gemüse ist fertig, sobald der Käse geschmolzen und verrührt ist.


Variante 3:
1/2 Weißkohl, 1-2 Zwiebeln, 1/4 rote Paprika und 4 Scheiben Schinkenspeck braten, bis der Kohl durch ist. Anschließend eine Ecke Streichkäse unterrühren und mit Erdnussöl und Salz abschmecken.


Die erste Variante ist zweckmäßig gegliedert und vor allem hilfreich in Sachen Einkaufsliste. Sie setzte voraus, dass die Leser wissen, wann Weißkohl ungefähr durch ist.

Die zweite Variante ist für Kochanfänger bestens geeignet. Auffällig ist hier, dass das Kochgerät beschrieben wird, in Variante 1 dagegen überhaupt nicht. Auch erfährt der Leser nur in der ersten Variante, für wie viele Personen das Gericht gedacht ist.

Variante 3 setzt ebenso wie die erste vorraus, dass die Leser wissen, wie man eine Paprika schneidet bzw. welche Teile man lieber nicht verwendet. Sie geht weiter davon aus, dass die Leserwissen, wie groß ein durchschnittlicher Weißkohl ist. Das Sonnenblumenöl zum braten wird nicht erwähnt; es wird davon ausgegangen, dass das Prozedere eines einfachen Bratvorgangs bekannt ist.

Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Die erste punktet mit ihrer Übersichtlichkeit, ist aber auch recht lang. Noch länger ist die zweite, die mir persönlich zu ausführlich und zeitraubend wäre. Die dritte Variante bietet keine „Einkaufsliste“, ist dafür aber kurz und knackig.

Das Schöne ist: Mit jeder dieser Anleitungen lässt sich eine leckere Gemüsebeilage kochen!

Genauso empfinde ich es auch beim schreiben: Es gibt viele Möglichkeiten, eine tolle Geschichte zu erzählen! Kein Stil ist „der Richtige“ und jeder hat etwas für sich.
Selbst bei gleichem Inhalt – angenommen etwa, Mika und ich sollten beide das Märchen von Hänsel und Gretel als Kurzgeschichte schreiben – kämen mitunter ganz unterschiedliche Sachen dabei heraus.
Weil wir zwar alle irgendwie gleich sind, aber doch jeder anders ist als ich.
Genial, oder?