Das absolut geniale Zitateinterview: 12 Fragen an Nikodem Skrobisz

Er ist erst 18 Jahre alt und kann schon auf eine beeindruckende Karriere als Selfpublisher zurückblicken: Nikodem Skrobisz hat unter seinem Alter Ego Leverat Pale bereits fünf Romane, drei Anthologien und zwei Sachbücher sowie zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht und sich eine treue Fangemeinde erschrieben. Da ich das Privileg genieße, Nikodem zu meinen mir freundschaftlich verbundenen Kollegen zählen zu dürfen, liegt der Gedanke nahe, ihn zu interviewen um ein bisschen Werbung für seine ungewöhnlichen Bücher zu machen und sich im Gegenzug auch von ihm ausfragen zu lassen. Da ich Interviews oft informativ, aber langweilig finde, haben Nikodem und ich uns etwas ganz Besonderes ausgedacht: Wir dürfen die 12 Fragen des anderen AUSSCHLIESSLICH mit Zitaten aus unseren VERÖFFENTLICHTEN Werken beantworten! Dabei müssen wir stets den ganzen Passus schreiben – wäre sonst ja witzlos – und dürfen maximal drei verschiedene Textstellen zitieren. (Die ausführlichen bibliographischen Angaben findet Ihr ganz unten.)
Es versteht sich von selbst, dass wir dem jeweils Anderen keine einfachen Ja-/Nein-Fragen stellen … 😉

Viel Spaß nun mit dem genialen Zitateinterview mit Nikodem Skrobisz aka Leveret Pale:

1. Frage:
Lieber Nikodem, Du hast ja bereits im Alter von sechzehn Jahren Dein erstes Buch veröffentlicht. Als ich so alt war, war es für mich noch ein mehr oder weniger absurder Zukunftstraum, irgendwann einmal Schriftstellerin zu werden. Was war der Auslöser dafür, dass Du diesen Schritt schon so früh gewagt hast?

„Als kleines Kind hatte er oft stundenlang am Fenster gesessen und sich vorgestellt, dass dort Riesen und Drachen in den Wäldern oder auch Zwerge in den Minenschächten lebten. Aber er war schon lange kein kleines Kind mehr und schenkte der Aussicht keine Beachtung.“
Zitat aus: „Der Bunker“, S.11.

So jung und schon so viele Bücher – Chapeau!

„An einem Punkt in meinem Leben begann ich mich jedoch für die bewusstseinserweiternde Wirkung halluzinogener Psychedelika zu interessieren, hatte doch eines von diesen, nämlich die Hawaiianische Holzrose, mich wie Lazarus von den Toten auferstehen lassen. […] Ich ging durchs Purgatorium, meine Katharsis, und meine Augen wurden gewaltsam weit aufgerissen. Ich erkannte mein Potenzial, meine Möglichkeiten, meine Fähigkeiten, meine Bürde, mein Leiden und damit meine Bestimmung, eine Identität, den einzigen Sinn, für den ich geschaffen wurde und für den ich weiterleben sollte:
Das Schreiben, das Erzählen und Dichten.
Ja, ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich die Tatsache noch am Leben zu sein und nun als Schriftsteller zu erblühen, diesem Erlebnis verdanke, ohne welches ich wohl tot oder zumindest noch immer ein Taugenichts wäre.“
Zitat aus: „Kratom“, S.427.

Nikodem bei der Arbeit.

2. Frage:
Du wurdest ja schon des Öfteren von Menschen angegriffen, deren größter Wunsch es ebenfalls ist, als Schriftsteller tätig zu sein. Dahinter steckt natürlich Neid. Wie stehst Du generell zum Thema Neid unter Autoren-“Kollegen“?

„Definitiv, ich habe mich aber bereits oft genug mit solchen Menschen unterhalten. Sie machen immer die gleichen Fehler, lassen sich von Doktrinen und ihren Trieben, vor allem Neid, leiten, sie sind realitätsfern und gehen von einem homogenen Menschenbild aus. Lassen wir das. Ich könnte mir den Spaß erlauben, sie in eine Debatte zu verwickeln, aber das würde uns nur Ärger einbringen.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S.61.

„Es ergibt keinen Sinn, es ist absurd, und das ist der relevante Punkt.“
Zitat aus: „Das Erwachen des letzten Menschen“, S. 54.

3. Frage:
Wenn Du nur noch ein einziges Buch schreiben könntest, wovon würde es handeln?

„Wie ein gigantisches Monster verschlingen die zentralen Gebäudekomplexe aus Beton, Glas und Stahl tagtäglich abertausende Individuen, und scheiden Angestellte, 1er-Schüler, Arbeitnehmer, Konformisten und ähnlich langweiligen Dreck aus. Die Mühlen und Stanzen der Wirtschaft und der Jagd nach Wohlstand rattern und schlagen erbarmungslos auf den Menschen ein, bis er zerbricht, und das einzige, was ihn hält, bleibt das Rauschgift.“
Zitat aus: „Arschageddon“, S. 22.

„Mein Leben mag zwar sinnlos sein, aber dadurch bin ich frei. Ich kann das Leben und diese Freiheit genießen, statt mich zu betäuben oder wahnsinnig im Kreis zu laufen, auf der Suche nach einem Weg zur Unsterblichkeit oder einem fadenscheinigen Sinn. Ich kann die wahre Welt, wie sie um mich herum existiert wahrnehmen und akzeptieren, statt mich in abstrakte Gedankengebilde und engstirnigen Hedonismus zu flüchten.“
Zitat aus: „Das Erwachen des letzten Menschen“, S. 53.

4. Frage:
Was müsste man Dir bieten, damit Du nie wieder außerhalb von Schule, Uni oder Beruf etwas schreibst?

„Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und begann die ersten Zeilen meines zweiten Romans zu tippen. Ich versank wie so oft im Schreibrausch, dem einzigen Zustand, in dem ich mich selbst vergesse, wo die Finger über die Tastatur fliegen und der Mensch davor verschwindet. Frieden.“
Zitat aus: „Kratom“, S.429.

Kreatives Chaos – so muss das sein! 😀

„Ein leichtes Schwanken meiner Seele, als wäre ich gerade auf ein kleines Ruderboot gestiegen, dessen Bestimmung es war, für immer und in Frieden über den endlosen Fluss der astralen Welten zu gleiten.“
Zitat aus: , „Crackrauchende Hühner“, S. 146

5. Frage:
Deine Bücher handeln oft vom Wahnhaften, Verstörten, Kranken … Aber hast Du auch schonmal einen Liebesbrief geschrieben?

„Ja, klar.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S. 267.

Er kann auch romantisch –  wenn er denn will.

„Weißt du was? Manchmal habe ich das Gefühl, Liebe könnte die Antwort auf all unsere Probleme sein. Liebe ist das stärkste natürliche Schmerzmittel. Sie lässt das Leben göttlich wirken, sie spendet Sinn und Trost in dieser kalten und sinnlosen Welt.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S. 247.

6. Frage:
Ich stelle mir gerade vor, dass ich Deine Oma wäre und mit kummervollem Kopfschütteln seufzen würde: „Ach Jung, warum schreibst Du denn nicht mal was Schönes?“ 😀 Ernsthaft: Werden wir von Dir auch mal etwas „Seichteres“, „Sonnigeres“ zu lesen bekommen?

Nikodem und seine Oma.

„Stell dir vor, Atombomben würden in Rom, Jerusalem, Mekka, Varanasi und Beijing explodieren. Stell dir vor, die Fresken des Vatikans und der Papst würden innerhalb von Sekunden zu radioaktiven Staub verbrennen. Stell dir vor, der Stein von Kaaba würde im nuklearen Feuer dahinschmelzen. Stell dir vor, der Ganges würde mit all den Pilgern darin schlagartig verdampfen. Ein Inferno aus Millionen von Schmerzensschreien und unendlicher Hitze, kochendem Blut und berstenden Knochen. Stell dir die Stätten aller großen Religionen ausgelöscht vor.“
Zitat aus: „Samael“, S.9.

„Und? Fühlst du dich besser?“
Zitat aus: „Paranoia“, S. 19.

Frage 7:
Hand aufs Herz: Bist Du als Schriftsteller finanziell im Plus, im Minus oder gleicht sich alles in Etwa aus?

„Ich stehe hier und lache der Absurdität der Welt ins Gesicht.“
Zitat aus: „Das Erwachen des letzten Menschen“, S.53.

Frage 8:
Was denkst Du: Gibt es zu viele Menschen, die schreiben, obwohl sie es nicht können, oder solche die es können, aber sich nicht trauen? Oder auch mal allgemein gefragt: was hältst Du für schädlicher, Over- oder Understatement?

„Ich sehe nichts Neues, denn überall wo ich hinkomme, war ich bereits. […] Nur ich bin geblieben und wandere weiter, denn dies ist meine Essenz.“
Zitat aus: „Der letzte Wanderer“, S. 162.

Frage 9:
Was war Dein miesestes Erlebnis als Schriftsteller?

„Ein weißes Kaninchen sitzt daneben und lacht. Wozu soll das alles gut sein? Ach ja, stimmt, ich vergaß. War ja klar. Ich darf es nur dem Leser nicht verraten. Moment mal! Träume ich gerade in einem Buch zu sein?“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S. 46.

Frage 10:
Was wäre Dein Berufswunsch, wenn jeder Job der Welt gleich gut bezahlt wäre?

„Ich möchte frei sein. Auf allen Wegen. Wahrscheinlich werde ich ein Bohèmedasein führen, sobald ich mich durch die Schule durchgetrickst habe und alles Notwendige dafür bereitsteht. Ich werde Philosoph, Künstler, Designer, Prophet und Schriftsteller. Frei, unabhängig und authentisch und ich werde einige Projekte voranbringen, die die Welt grundlegend verändern werden. Oh ja, an diesen Projekten arbeite ich bereits jetzt schon seit einigen Jahren.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S.67.

Frage 11:
Womit kann man Dir eine Freude machen, was wäre das Schönste, dass jemand über eines Deiner Bücher sagen oder schreiben könnte?

„Ich muss darüber nachdenken.“
Zitat aus: “ Das Erwachen des letzten Menschen“, S. 14.

Frage 12:
Letzte Frage, lieber Nikodem, dann hast Du es geschafft! 😀 Überzeuge mich, Deine Bücher zu kaufen! 🙂

„Product-Placement: Lest alle Bücher von Leveret Pale. Buy my shit. Ich habe auch einen geilen Instagramaccount, um meinen inneren Narziss zu ernähren. Bitte. Nur ein Herzchen am Tag von dir kann das Leben eines Narzisses signifikant verbessern. Call alle deine Bekannten zu Action und spread meinen Wahnsinn und den Hype!“
Zitat aus: „Apokalypse“, S.57.

Das, lieber Nikodem, hat mir sehr viel Spaß gemacht! Chapeau, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Du meine Fragen nur mit Zitaten so souverän antworten kannst, Hut ab!
Meine Lieblingsantworten von Dir sind übrigens 4, 5 und 7, genial!
Im Gegenzug Deine Fragen ebenfalls nur mit Zitaten zu beantworten hat mir übrigens auch sehr viel Spaß gemacht, das war teilweise ganz schön kniffelig, eine tolle Herausforderung, das können wir in ein paar Jahren gerne wiederholen. 🙂

Wen es interessiert, wie ich mich so geschlagen habe und mit welch geistreichen Zitaten ich um mich geworfen habe, kann das Interview mit mir auf Nikodems Autorenseite lesen. 🙂

Hier noch ein paar Links zu Nikodem:

Nikodems Autorenseite: http://leveret-pale.de/
Nikodem auf:
Facebook: https://www.facebook.com/LeveretPale/
Instagramm: https://www.instagram.com/leveret_pale/
Pinerest: https://www.pinterest.de/leveretpale/
Tumblr: https://nikodemskrobisz.tumblr.com/
Lovelybooks: https://www.lovelybooks.de/autor/Leveret-Pale/
Amazon: https://www.amazon.de/Leveret-Pale/e/B015BKNDDE/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&linkCode=sl2&tag=levepaleschr-21&linkId=8931276d63acf210ab898f56701494ae

Bibliographie der verwendeten Werke:
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Die Phantastika 2017 in Oberhausen

Schön war`s.
Mächtig gespannt erreichte ich am Sonntag Mittag das freundliche Parkhaus neben dem Phantastika-Gebäude. Kaum aus dem Parkhaus stieß ich auch schon auf eine Gruppe eifriger Schwertkämpfer um GoT-Star Ian Beattie. Der sah zugegeben so gar nicht nach Hollywood-Glamour, sondern ziemlich zerzaust aus, aber nach anderthalb Tagen Schwertkampftraining darf man das auch sein!
Gerade zückte ich mein Handy und durchforstete mein Gedächtnis, ob ich jetzt ein Foto machen darf oder nicht, als ich einen anderen Prominenten erblickte, der sich gerade anschickte, den VIP-Eingang zur Phantastika zu benutzen:

Da war seitwärts laufen angesagt.

Da ich (noch nicht) so prominent bin wie der liebe und leicht gestörte Bernd, mussten wir einmal rum um das Gebäude.

Ein aufgeblasener Astronaut. Warum auch immer.

Drinnen bekamen wir dann unsere goldenen Eintrittsbändchen und machten uns auf Entdeckungstour. Das Congresszentrum ist – um es mal so auszudrücken- interessant aufgebaut. Überall Wege, Winkel, Treppen, Ecken. Und fast überall Stände, an denen man beim ersten Mal vorbei gegangen ist. Oder beim zweiten Mal. Und huch, da hockt ja auch noch einer!
Mein Mann hat mit von einer StarWars-Ecke berichtet, die ich nie zu Gesicht bekommen habe, und die Jungs und Mädels von John Sinclair – jetzt gibt es „Johnny Sinclair„, wie genial ist das denn??? – habe ich auch erst entdeckt, als sie schon am einräumen waren.

„Johnny Sinclair“ für Kinder ab 10 – Wie genial ist denn das??? … obwohl ich in dem Alter schon die „richtigen“ gelesen habe, *räusper*

Überhaupt herrschte am Sonntag Nachmittag schon ziemliche Aufbruchstimmung. Kein Wunder, bei dem schönen Wetter zog es viele Menschen ins Freie. Die Phantastika war am Samstag weitaus besser besucht, so habe ich mir sagen lassen. Aber ich fand, dass sich das Ganze auch so sehen lassen konnte. Die Besucher verkleckerten sich eben nur über eine riesige, höchst verwinkelte Anlage.
Wer gerne Ian Beattie in Aktion, unfassbar geniale Steampunkkostümierte und noch mehr tolle Bilder vom Samstag sehen möchte, kann das unter Anderem hier tun: http://www.the-anna-diaries.de/2017/09/08/phantastika-2017-ein-phantastischer-auftakt/

Auch die tolle Laserschwert-Theatershow des Saberproject war am Sonntag Nachmittag noch richtig gut besucht. Sah nur nicht so aus, weil der Saal wirklich riesig war. Mehr zum Projekt und richtig geilen, qualitativ hochwertig angefertigten Lichtschwertern findet Ihr unter https://www.facebook.com/Saberproject/

Die Verleihung des Deutschen Phantastikpreises am Samstag Abend haben wir natürlich nicht mitbekommen, ebensowenig die anderen tollen Programmpunkte und Veranstaltungen (eine Liste mit allen Highlights findet Ihr hier: http://www.phantastika.de/index.php/de/attraktionen. Übrigens war auch Wolfgang Hohlbein da. Ich wiederhole: WOLFGANG HOHLBEIN!!!!!). Meine Zeit in Oberhausen war leider stark begrenzt und bis auf einen kurzen Stop in oben erwähnter Show beließ ich es dieses Mal dabei, einfach nur durch die Gänge zu schlendern, zu gucken, zu staunen (die Leute in den Steampunk-Kostümen waren der HAMMER!) und hier und da zu plaudern.

Der wunderbare Matthias Teut, der es mit dem Auftakt seiner High-Fantasy-Trilogie „Erellgorh – Geheime Mächte“ als Selfpublisher ganz allein (!) bzw. mit Hilfe seines Mannes auf die Shortlist des Deutschen Phantastikpreises geschafft hat! Matthias` Bücher stehen bei mir ganz oben auf der Wunschliste – und eine dieser genialen Karten schwatze ich ihm dann auch noch ab! 🙂

Besonders gefallen haben mit die unzähligen, liebevollen Details (und das Catering). Man merkte an jeder Ecke, dass das Phantastika-Team viel Herzblut in Organisation und Ausstattung der Con gelegt hatte. Allein die verschiedenen Tischhussen, die die wahnsinnige Bandbreite der Phantastik abbildeten – toll!

Oder die Spieltische:

Oder die Prominenz überall:

Ich könnte hier 100 Bilder posten, aber das würde den Rahmen sprengen. Daher beschränkt ich mich auf ein paar und empfehle jedem, nächstes Jahr selbst vorbeizuschauen.

Neben Büchern aus einem der vielen Verlagen aus dem Bereich der Phantastik, StarWars, Perry Rhodan und Dr. Who gab es auch handgearbeiteten Schmuck, Kostümzubehör und und und zu kaufen. Eine tolle Vielfalt! 🙂
Viele gruselige, grausame, romantische und erschreckend realistische Figuren, Puppen und Masken konnten bestaunt werden.
Eine Marslandschaft. Per Fernsteuerung konnte man einen kleinen Mars-Rover lenken, der wiederum (Monitor ganz links im Bild) Kamerabilder lieferte. Witzig.

Besonders gefreut habe ich mich, unter den Angehörigen der Verlagslandschaft bekannte und für mich neue Gesichter zu entdecken. So etwa die liebe Kollegin Katharina Gerlach, die mit ein paar Gleichgesinnten Autoren und Autorinnen den Quindie-Stand betrieb.

Die zweisprachig publizierende Autorin ist Teil der Qindie-Gemeinschaft. „Qindie ist eine Online-Plattform und gleichzeitig eine Wort- und Bildmarke, die für Q = Qualität und Indie = Indie-Autoren, also die sogenannten Self-Publisher, steht. Die Initiative für Qindie entstand aus dem Gedanken heraus, eine Schneise in den kaum zu durchdringenden Dschungel aus oftmals lieblos und schlecht gemachten Indie-Publikationen zu schlagen, um dem Leser den Weg zu professionell erstellten Büchern zu weisen.“ (Quelle: http://www.qindie.de, Zugriff am 08.09.17)

Natürlich war ich auch am Acabus-Stand – an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an Björn Bedey und Daniela Sechtig für ihren tollen und wie immer gut gelaunten Einsatz für uns! 🙂

„Lies bunter!“ lautet das Motto des Acabus Verlages. Kommt hin, gelle? 🙂

Ich habe mein „Baby“ besucht …

Ob mir dieser Anblick jemals langweilig wird? 😉

… mit netten Kollegen und Kolleginnen geplaudert, wie etwa der wunderbaren Fabienne Sigmund

„Eine Nacht, die sieben Tage dauert. Ein Tag, der nicht enden will. Sieben Menschen, die verschwinden – darunter Anisa, die Geliebte des Straßenzauberers Matéo. Verzweifelt sucht er in den Straßen Venedigs nach ihr, bis er plötzlich vor einem einsam gelegenen Zirkuszelt steht. Mit der letzten Eintrittskarte wird ihm Einlass in eine Welt gewährt, in der er nicht nur Magie findet, sondern auch Anisa – aber sie erkennt ihn nicht. Um seine große Liebe zu retten, muss Matéo den Schlüssel zu dieser unheimlichen Welt finden. Doch hinter der magischen Schönheit des Zirkus‘ lauern große Gefahren …“ – So lautet der Klappentext von Fabiennes Roman „Das Herz der Nacht„.

Ja und dann waren da natürlich noch meine lieben Kollegen, mit denen ich das Privileg hatte, eine Lesung abhalten zu dürfen:

Der liebe Markus Walther machte den Anfang und entführte uns nicht nur in das Antiquariat von Herrn Plana, sondern auch in eine andere Welt, das Buchland:

Er schreibt und liest nicht nur toll, er hat auch einen eigenen YouTube-Kanal. Hier findet Ihr Markus` Video zur Phantastika: https://www.youtube.com/watch?v=tB1xJxJuMTE

Nach Markus war ich an der Reihe zu lesen:

„Stellen Sie sich vor, die Inquisition hätte damals Recht gehabt und es hätte tatsächlich Hexen gegeben. Nur wäre das gar nichts Ungewöhnliches, Außergewöhnliches .. Stellen Sie sich vor, JEDE Frau wäre eine Hexe, die Magie in ihr müsste nur geweckt werden … Stellen Sie sich vor, dieses Geheimnis wäre 1466 gelüftet worden … Helenas Geschichte startet 550 Jahre später, im Jahr 2016.“ Hexenherz – Eisiger Zorn

Die letzte Lesung hielt dann Carl Wilckens mit seinem unfassbar spannendem Debüt über einen Bürgerkriegshelden, der jahrelang im Untergrund einer schwimmenden Insel alles tat, was man tun muss, um in einer Drogenhölle, die kein Sonnenlicht kennt, zu überleben, während ein Voodoo-Mann mit sprechenden Schrumpfköpfen seiner Schwester nachstellt …
Klingt total abgedreht? Ist es auch! Und absolut genial! Lieber Carl, ich warte auf den nächsten Teil!!!

Er ist so nett, aber sein Buch würde ich meinen Kinder trotzdem erst ab 16 erlauben … War wieder mal schön, Dich zu treffen, lieber Carl! 🙂

Es hat mir wirklich gut auf der Phantastika gefallen! Ja, 18 Euro Eintritt sind happig, aber wenn man bedenkt was alle an Programmpunkten geboten wurde, hat das auch seine Berechtigung. Und es gab GRATISHEFTCHEN!!!!! 🙂
Ich freue mich auf jeden Fall, dabeigewesen zu sein und hoffe, man sieht sich nächstes Jahr wieder! 🙂

Noch einen Kaffee und dann ging es wieder Richtung Heimat.

Autorin und Legasthenikerin: 12 Fragen an Sabrina Wolv

Im letzten Beitrag habe ich ihr Debüt rezensiert, nun fühle ich ihr ein bisschen auf den Zahn: Sabrina Wolv ist nämlich nicht nur eine ganz wunderbare Person und Autorin, sondern auch ein ganz schöner Sturkopf: Dass sie Legasthenikerin ist hat sie nicht nämlich nicht nur nicht davon abgehalten ein Buch und ein Krimidinner zu schreiben, sie hält auch regelmäßig Lesungen ab. Da stellt man sich Fragen – oder besser gesagt 12 – viel Spaß beim Lesen! 🙂

1. Liebe Sabrina, Du bist ja Legasthenikerin. Für mich hat das bislang immer bedeutet, dass man weder richtig lesen, noch schreiben kann. Und dann kommst Du daher und veröffentlichst nicht nur im Verlag el Gato einen Roman, sondern hälst auch Lesungen. Erklär doch mal bitte, wie Du das schaffst und wie auch andere das schaffen können!
Hallo Monika,
Ich freue mich schon sehr auf dieses Interview und bin tierisch gespannt auf deine Fragen! Kommen wir also gleich zur Ersten:
Ja, ich bin Legasthenikerin. Und ja, das bedeutet, dass ich gewisse Probleme mit dem Lesen und Schreiben habe: Ich verdrehe Buchstaben, lasse sie aus oder füge welche hinzu. Ich sehe Rechtschreibfehler nicht. Heißt, sie fallen mir in aller Regel schlicht nicht auf, auch wenn ich einen Satz mehrfach, konzentriert lese. Meine Handschrift ist, wenn ich ‚normal‘ schreibe, fast  unleserlich. Wenn ich einen unbekannten Text lese, lese ich nur in den seltensten Fällen wirklich genau das, was auf dem Blatt steht. Das ist so, weil das Gehirn von Legasthenikern ein bisschen anders funktioniert. Wenn man keinen allzu großen Wert auf Rechtschreibung legt, würde ich aber sagen,
dass ich sonst genauso gut oder schlecht schreiben kann wie andere auch. Ich glaube sogar, dass ich Vorteile daraus ziehe Legasthenikerin zu sein. Denn wie viele Legastheniker bin ich sehr kreativ und ich habe gelernt, mich durchzubeißen und nicht aufzugeben. Fähigkeiten, die für ein Autorenleben äußerst nützlich sind. Natürlich gibt es ein paar Hürden, die Menschen ohne Legasthenie nicht haben. Zum Beispiel bin ich immer auf menschliche Testleser angewiesen, wenn einer meiner Texte wirklich fehlerfrei sein soll. Ich benutze zwar das tolle Schreibprogramm Papyrus Autor, das mir sehr hilft, aber alle Fehler kann es leider nicht für mich finden. Zum Glück habe ich ein paar tolle Freunde, die das für mich übernehmen. Mein Manuskript von ‚Nummer 365 – Die Lichtbringer‘ haben mindestens 6 Leute auf Rechtschreibfehler überprüft, bevor ich es damals auf Verlagssuche geschickt habe. Das ist ein bisschen aufwendiger, aber kein Grund, warum man es nicht schaffen sollte, einen Roman zu veröffentlichen. Schließlich geht es dabei um die Geschichte und nicht um Rechtschreibung. Manchmal muss ich Dinge einfach ein bisschen anders angehen als andere Autoren. Sozusagen auf Legasthenikerart: Ich lasse etwa beim Signieren die Leute ihren Namen immer für mich aufschreiben und schreibe ihn dann Buchstabe für Buchstabe ab. So versuche ich zumindest zu vermeiden, dass sich dort ein Fehler einschleicht. Bei Lesungen ist es einfach eine Sache der guten Vorbereitung. Ich beginne mindestens eine Woche vor einer Lesung zu üben und kann den Text am Ende fast auswendig. Jetzt habe ich schon ganz schön viel dazu gesagt, aber eins will ich noch kurz loswerden: Ich glaube, man kann trotz Legasthenie alles erreichen. Deshalb rate ich allen Legasthenikern: Lasst euch von so einer Unwichtigkeit wie Rechtschreibfehlern nicht von euren Träumen abhalten!
Und jetzt werde ich versuchen, bei den nächsten Fragen nicht ganz so sehr ins Detail zu gehen. Sonst können wir dieses Interview am Ende noch als Kurzgeschichte herausbringen.
Sabrina und ihr Schatz: Eine ganze Kiste voll „Die Lichtbringer – Nummer 365“. Eins davon habe ich mir signieren und schicken lassen. 🙂

2. Wann und wie hattest Du zum ersten Mal die Idee mit den Lichtbringern?
Klingt kitschig und total abgedroschen, aber es war ein Traum.
In diesem Traum kam Strudel vor. Ein verängstigter Junge, der es nicht ertrug, wenn andere ihn berührten. Ausgerechnet dieses traumatisierte Kind sollte zu einem Soldaten ausgebildet werden. Die Idee hat mich nach dem Aufwachen nicht losgelassen. Ich fand den Charakter so interessant und wollte unbedingt seine Geschichte erzählen. Übrigens kam in diesem Traum auch ein Freund von Strudel vor. Ein brilletragender, intelligenter Junge, der Strudel beschützte und mit sehr sanfter Stimme sprach. Wer meinen Roman schon gelesen hat, wird vielleicht Finan und Simon in ihm wiedererkennen.

3. Was war Dein erstes literarisches „Werk“, wie alt warst Du da etwa und wie würdest Du es heute beurteilen?
 Das war ‚Tom, Anna, Jonas und der Drachenreiter‘. Ich habe zwar schon früher Geschichten geschrieben, bzw. meinen Eltern diktiert, aber das war mein erstes ‚Buch‘. Ich habe es in der 3. Klasse geschrieben. Es hatte stolze zwölf getippte Seiten und auf dem Sommerfest meiner Eltern war es DER Verkaufsschlager.
Wie ich es bewerte? Vielleich so: Sie war stets bemüht. Im Endeffekt war es ein Harry Potter-Abklatsch nur mit Drachen, statt Tiefgang. Aber ich war noch in der Grundschule, dafür war es wohl ganz in Ordnung. Die meisten nennen es ‚süß‘.4. Was denkst Du: Gibt es heute zu viele Menschen, die schreiben oder zu viele, die sich leider nicht trauen?
Gute Bücher kann es, wie ich finde, nicht genug geben. Ich finde auch, dass jeder schreiben sollte, dem es Spaß macht. Und das jeder die Geschichten lesen darf, die ihm gefallen. Leider habe ich aber oft den Eindruck, dass Leute ein Buch schreiben und dann der Meinung sind, damit wären sie Autoren und hätten ein Recht auf Erfolg. Ein Buch zu beenden IST eine starke Leistung. Daran scheitern ja schon Viele. Dieser Leistung gilt mein Respekt. Nur leider fängt damit die Arbeit als Autor oder Autorin erst an. Und zwar eine verdammt harte Arbeit. Das scheint aber vielen nicht klar zu sein. Wer sein Buch unüberarbeitet auf dem Markt ‚schmeißt‘ und dann rumposaunt er wäre Autor, der schadet meiner Meinung nach den wirklichen Autoren und enttäuscht Leser. Das scheint, meiner subjektiven Wahrnehmung nach, leider immer öfter zu passieren.

5. Wie viele Bücher liest Du ungefähr?
So viele wie möglich. Leider nie so viele, wie ich gerne würde. Und seit ich selbst als Autorin arbeite noch weniger.

6. Wie oft und wie lange schreibst Du im Schnitt?
Pauschal würde ich sagen, dass ich praktisch jeden Tag mehrere Stunden an meinen Projekten arbeite. Das heißt aber nicht, dass ich jeden Tag mehrere Stunden schreibe. Das wäre schön. Dann wären meine neuen Projekte längst fertig. Stattdessen gehört zur Arbeit einer Autorin ja noch viel mehr. Du kennst das ja. Überarbeiten der Texte, Marketing, Zusammenarbeit mit dem Verlag, Autorentreffen, Lesunge, Interviews beantworten und vieles mehr. Ich teile dabei grob in Phasen ein. Zuletzt war ich etwa in einer Marketingphase, in der ich mich darauf stark konzentriere. Schließlich war mein Roman zwar jetzt erschienen, nur kannte ihn deshalb die Zielgruppe ja noch nicht. Vor zwei Wochen bin ich endlich wieder in eine Schreibphase übergegangen. Dabei schraube ich alles andere etwas herunter, um mich den größten Teil meiner Zeit aufs Schreiben zu konzentrieren. Das kann dann zwischen 30 Minuten bis 8 Stunden aktives Schreiben bedeuten.
Sabrina am Messestand des Verlagshauses el Gato. Es ist so schön, sein „Baby“ in freier Wildbahn zu besuchen! 🙂
7. Wie viel Zeit steckt in Recherchen?

 Ähnlich wie mit der Schreibzeit, geht es mir auch bei der Recherche. Es ist sehr unterschiedlich. Am Anfang eines Projekte kann es sein, dass ich taglang erstmal nur Recherche. Auch während des Schreibens unterbreche ich manchmal stundenlang, um etwas herauszufinden, das für die Stelle gerade wichtig ist. Gute Recherche ist mir übrigens sehr wichtig und ich bin immer bemüht, so logisch wie möglich zu schreiben. Ich stelle mir übrigens vor, dass du gerade für den geschichtlichen Hintergrund von ‚Hexenherz‘ ziemlich viel recherchiert hast. Da sind wir uns wohl ziemlich ähnlich.

8. Was ist oder war bislang das Coolste daran, sich hochoffizielle „Schriftstellerin“ nennen zu können?
Dass damit mein größter Kindheitswunsch in Erfüllung gegangen ist und ich gesehen habe, wie sehr sich mein ganzes Umfeld zusammen mit mir gefreut hat.

9. Du hast Deinen Vertrag ja ebenso wie ich über das „Meet&Greet“ des BVjA bekommen, hast dort neben vielen tollen Verlagsvertretern und Agenten eben auch Frau el Gato getroffen. Würdest Du auch anderen angehenden Autoren und Autorinnen diese Vorgehendweise empfehlen und falls ja, welche Tipps hast Du für sie?
Das würde ich nicht nur, sondern ich tue es auch regelmäßig. Ich finde, das ist eine richtig tolle Idee und ich empfehle immer wieder Kollegen, es auch mal über diesen Weg zu versuchen. Im meinem Blogbeitag ‚Vom Manuskript zum Verlag‘ (http://sabrina-wolv.de/vom-manuskript-zum-verlag/) berichte ich übrigens von meiner Erfahrung mit dem Meet&Greet. Wer mehr wissen will, kann also gerne mal vorbeischauen.
Meine wichtigsten Tipps: Traut euch! Kümmert euch rechtzeitig um die Anmeldung! Versucht beim Treffen authentisch zu sein.

10. Was möchtest Du mit Deinen Büchern erreichen?
Ich will meine Leser richtig gut unterhalten. Ich will sie mitnehmen in ferne Welten und andere Leben. Ich will sie neue Dinge erleben lassen, will Emotionen hervorrufen. Und während ich sie gut unterhalte, will ich sie ganz nebenbei zum Nachdenken bringen. Über ihre Leben. Über ihre Welt.

11. Derzeit arbeitest Du an „Der Abendstern“, dem zweiten Teil der Lichtbringer-Dystopie, der ebenfalls im Verlag el Gato erscheinen wird. Gibt es schon Pläne für danach?

Da weißt du, liebe Monika, schon mehr als ich und mein Verlag 😉 Aber im Grunde stimmt es schon. Ich arbeite an einem zweiten Teil unter dem Arbeitstitel ‚Der Abendstern‘. Und sollte er verlegt werden, was ich natürlich hoffe, dann selbstverständlich wieder beim Verlagshaus el Gato. Einen Vertrag haben wir aber noch nicht abgeschlossen. Eins nach dem anderem. Ich will ‚Der Abendstern‘ erstmal fertig schreiben, oder das Ende zumindest absehen können, bevor es weiter geht. Für danach habe ich schon zahlreiche weitere Romanideen. Auch die eine oder andere konkretere. Außerdem schreibe ich ja auch noch Krimidinner für den Samhain Verlag. Es wird mir also zum Glück erstmal nicht die Arbeit ausgehen.

12. Was würdest Du gerne in 10 Jahren machen oder generell einmal schriftstellerisch erreichen?
Ich würde gerne wenigstens einen Teil meines Lebensunterhaltes aus dem Schreiben bestreiten und vielleicht irgendwann sogar vom Schreiben leben können. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Aber als Autor lernt man nie aus. Deshalb habe ich die berechtigte Hoffnung, dass ich mit jedem Buch besser werde und ich bin selbst schon ziemlich gespannt, was ich dann in 10 Jahren schreiben werde. Ich würde in der Zeit gerne verschiedene Genres ausprobieren und richtig gute Bücher schreiben, die meine Leser begeistern. Im Grunde genau so, wie ich bei Frage 10. geantwortet habe. Wäre doch toll, wenn wir beide uns dann immer noch kennen und gemeinsam unseren Aufstieg an die Spitzen der Bestsellerlisten feiern könnten!
In diesem Sinn, vielen Dank für das tolle Interview!

Und nun ab mit uns an unsere Projekte, damit das in 10 Jahren etwas mit unserer Feier wird!

Alles klar, liebe Sabrina, Recht hast Du! 😀 Vielen Dank für das tolle Interview, hat Spaß gemacht! 🙂


Links zu Sabrina Wolv:
– Autorenblog: http://sabrina-wolv.de
– Facebookseite: https://www.facebook.com/Sabrina.Wolv/
– Leserei mit Geige (Öffentliche Facebookgruppe): https://www.facebook.com/groups/282446612193612/
– Die legasthene Lesung (ausgewählter Beitrag): http://sabrina-wolv.de/die-legasthene-lesung/