Rezension zu „Mister Fitzgerald – Ist da wer?“

Nach dem sehr vergnüglichen Interview mit Uwe kommt jetzt wie angekündigt meine Rezension zu seinem Roman „Mister Fitzgerald – Ist da wer?“ :

Wie kann man Uwe Helmut Graves Roman „Mister Fitzgerald – Ist da wer?“ am Treffendsten beschreiben?
Vielleicht, indem man alle seine Aspekte beschreibt.

„Mister Fitzgerald“ ist der Bericht eines Mannes, der die Liebe zum Leben verliert und den Tod sucht – und ebenso eine Liebeserklärung an das Leben.
Noch nie las ich eine so plastisch geschilderte und eigentlich bedrückenden Krankheits-, nein, Heilungsgeschichte, die – daher das Wort „eigentlich“ – so ganz ohne Rumjammerei und Selbstmitleid auskommt.

Welche Ereignisse alles biografische Züge tragen und welche nicht, kann nur vermutet werden. Jedoch gelingt es dem Autor auf Vortrefflichste, jene Handlungsebenen (bzw. Dimensionen), welche das Buch letztendlich dem Mystery-Genre zuordnen, einzuflechten.
Der Aufbau des Buches ist so chaotisch wie das Leben selbst, verliert dabei aber nie seinen roten Faden und ermöglicht es dem Leser durch verschiedene Erzählperspektiven auch selbst verschiedene Betrachtungswinkel einzunehmen.

An der Sprache erkennt man den langjährig geübten Autor. Herr Grave schreibt stilsicher und gekonnt, da sitzt einfach alles. Dass ich dennoch länger als üblich für die Lektüre dieses Buches gebraucht habe, ist somit nicht einer komplizierten Sprache, sondern der Beschaffenheit des Buches geschuldet. Genau so, wie man vielleicht Fast Food, aber keinesfalls ein 5 Sterne-Menü hinunterschlingt, lädt dieses Buch zum genießen ein. Allein die zahlreichen Wortspiele wurden raffiniert und nicht zum Zwecke der Effekthascherei, sondern mit sichtbarem Genuss verfasst. Das Augenzwinkern, dass man dort erahnen kann, zieht sich im Übrigen durch das gesamte Buch: Selbst in der finstersten Stunde seines Protagonisten lässt es sich der Autor nicht nehmen, einen amüsierten, selbstironischen und in seiner Trockenheit doch heiteren Blick auf das Leben und das Wesen der Menschen zu werfen.

Die kleinen Miniepisoden zwischendurch, die von scheinbar alltäglichen Begebenheiten diverser Menschen berichten, lassen einen verblüfft Vertrautes erkennen und mit dem Gefühl zurück, dass alles Leben Sinn hat und alles miteinander verbunden ist.

Das Buch hat mich sehr oft zum schmunzeln und noch öfter zum lachen gebracht. Die unterschwellige Warnung, es selbst nie so weit kommen zu lassen, erreicht einen ohne mahnenden Zeigefinger.

Fazit: Ein Buch, so verrückt und berührend, dass es nur das Leben schreibt. Oder eben in Autor mit Hilfe einiger fragwürdiger Gestalten aus dem Jenseits. Eindeutige Kaufempfehlung! 🙂

Das Buch ist beim Verlag oder überall, wo es Bücher gibt in folgenden Ausführungen erhältlich:

  • Taschenbuch:   ISBN 978-3-8459-2470-0  (199 Seiten)   €11,95
  • Großdruck:   ISBN 978-3-8459-2471-7   (303 Seiten)   €11,95
  • Sonderdruck Mini-Buch ohne ISBN   (303 Seiten)   €7,95
  • eBook ePub, Mobi:   ISBN 978-3-8459-2472-4   (186 Seiten)   €6,99
  • eBook PDF:   ISBN 978-3-8459-2473-1  (445 Seiten)   €6,99
Advertisements

11 Fragen an the one and only Uwe Helmut Grave

Dieser Mann ist für mich eine Legende hinter einer Legende: Viele Jahre lang war Uwe einer der Hauptautoren hinter den von mir heißgeliebten „Gespenstergeschichten“ (wieso die bei Wikipedia auseinander geschrieben werden, ist mir ein Rätsel) und „Spukgeschichten“ (welche von meiner Schwester und mir immer irgendwie einander gegenübergestellt wurden, wobei sie eher die Partei der Gespenstergeschichten ergriff, während ich mich als Anhängerin von Arsat, dem Magier entpuppte, aber das ist wieder eine andere Geschichte).
Ich lernte Uwe in einem Schriftstellerforum kennen und schätzen. Uwe hat 33 Jahre lang vom Schreiben und Lektorieren gelebt, unter anderem verfasste er zahlreiche Ren Dhark-Geschichten.
Heute unterhält er mit Beiträgen im Forum, seinen Tweets und seinem neuesten und letzten Buch „Mr. Fitzgerald – Ist da wer?“ (Rezension von mir folgt).
Nun aber genug der Vorrede! Ich freue mich sehr, dass sich Uwe bereit erklärt hat, mir Rede und Antwort zu stehen – ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem höchst vergnüglichen Interview! 🙂

Hallo Uwe!

MOIN, Monika!

Zuerst die Pflicht, lieber Uwe: stell Dich bitte kurz vor. 🙂

Uwe vorm Laptop.

Uwe Helmut Grave (Echtname – kein Pseudonym, kein Agenten-Deckname). Geboren 1955, gestorben 2015, wiederauferstanden ebenfalls 2015 (damit sollte man keine Zeit verlieren). Seit 36 Jahren verheiratet, kinderlos.
Nach diversen nichtssagenden Berufskostproben war ich ab dem 26sten Lebensjahr als freiberuflicher Schriftsteller, Lektor und Korrektor tätig, wobei ich mich innerhalb von 33 Berufsjahren langsam, aber stetig steigerte: Comics, Kurzgeschichten, Groschenromane, Taschenbücher, Bücher. Eventuell Bekanntes: Gespenstergeschichten, Der Bergdoktor, Pfarrer Schmieder, Gaslicht, Ren Dhark, Forschungsraumer Charr, Der Mysterious.

1..Lieber Uwe, als ich im Schriftstellerforum auf Deine Vorstellung stieß, war ich sofort begeistert: Du hast jahrelang die „Gespenstergeschichten“ … ja was eigentlich? Wie entsteht so ein Comicheftchen?

Bildchen malen, Sprechblasen dranpappen, Seiten zusammenheften – fertig. Noch was?
Na gut, für alle Begriffsstutzigen folgen jetzt noch ein paar Details.
Am Anfang war … das Exposé. Entwickelt wurde es ausschließlich von mir, ich war also der allerursprünglichste Urheber der betreffenden Gespenstergeschichte. Danach schlug erbarmungslos der Redakteur zu, ein gewisser Ewald Fehlau, der weit über die Grenzen seines trivialliterarischen Schaffens hinaus berühmt ist. Aus meinem hoffnungsvoll eingereichten Exposé-Stapel warf er üblicherweise die meisten weg und übergab mir den kläglichen Rest, um daraus ein Szenario anzufertigen …
Seufz, jetzt wisst ihr nicht, was das ist, gell?

Szenario = eine möglichst exakte Beschreibung der Bilder, und zwar nicht nur die Handlung betreffend, sondern auch das Layout, also die Größe und Anordnung auf der Seite. Kratzt sich auf einem rechteckigen, hochgestellten Bild der Protagonist am Hintern und ist dabei von Kopf bis Fuß zu sehen – ich hab’s beschrieben. Folgt danach ein rundes Bild mit einem großen Auge, aus dem eine Schmerzensträne gedrückt wird (weil‘s so juckt) – ich hab‘s beschrieben.

Das fertige Szenario bekam dann der Zeichner, der nunmehr die Bilder anfertigte, was vonnöten war, weil ich nämlich nicht zeichnen kann und weil Bilder in Comicheften laut einem uralten Aberglauben nahezu unverzichtbar sind. Anschließend fügte der Texter – mein Freund Hajo F. Breuer, der wie ich kurz vor seinem Sechzigsten starb, aber leider nicht mehr zurückkehrte – die Sprechblasen ein. Unser aller Geschichten erschienen dann unter den Labels Gespenstergeschichten Spukgeschichten in Form von Heften, Taschenbüchern und großformatigen Sonderausgaben. Lang, lang ist’s her. Autoren und Zeichner gab es mehrere (ich war einer von beiden Hauptautoren), getextet hat fast immer Hajo.

„Ren Dhark“ und die „Gespenstergeschichten“ – WOW!

2. Jetzt erschien „Mr. Fitzgerald – Ist da wer?“ im Aavaa-Verlag. Nach zahlreichen Ren-Dhark-Bänden hast Du damit für Dich literarisches Neuland betreten. Mal ehrlich: Wie schwierig oder einfach war es für Dich als alten Hasen, einen Verlag dafür zu finden?

So schwierig wie für jeden Neuling, der ein Produkt auf den Markt wirft, um das ihn niemand gebeten und auf das die Welt nicht gewartet hat. Was nutzen mir Kontakte zur unterhaltsamen Trivialliteratur – eine Bezeichnung, an der ich übrigens nichts Negatives sehe, was auch für „Groschenroman“ gilt –, wenn ich auf (für mich) gänzlich neuen Pfaden wandele? Abgesehen davon hätte ich nicht einmal dort wieder anknüpfen können, wo ich kurz vor meinem Tod aufgehört hatte, weil man meinen Leichnam bereits innerhalb von wenigen Tagen gefleddert hatte. The Show must go on – mit unbekannten toten Autoren kann man nun einmal keine Geschäfte machen, es musste umgehend Ersatz herbeigeschafft werden, weshalb ich das rigorose Absägen meines Astes niemandem übel nehme.

Der Fitzgerald-Roman beinhaltet so viele Facetten, dass er partout in keine Schublade passen wollte. Zu guter Letzt wurde er dem Genre Mystery zugeordnet, damit man wenigstens ungefähr weiß, in welche Richtung der Text abdriftet. Der Verlag hatte zunächst Fantasy vorgeschlagen, doch irgendwie trifft es das auch nicht. Hinzu kam, dass die Geschichte nicht wie eine gradlinige Erzählung, sondern mehr wie ein Puzzle aufgebaut ist, allerdings eins, das sich leicht zusammenfügen lässt, sodass alle Steinchen letztlich in einem Plot gipfeln.

Es gab ein paar wenige interessierte Kleinverlage, doch selbige wollten das, was ihrer Meinung nach nicht ins Schema passte, mit der Brechstange passend machen. Erst der Aavaa-Verlag gestand mir zu, alles so zu belassen wie es mir vorschwebte; dafür musste ich selbst für ein professionelles Lektorat und Korrektorat sorgen – und nun konnte ich endlich von meinen früheren Kontakten Gebrauch machen, denn ich kannte einen guten Lektor, der mir unentgeltlich zur Seite sprang (und der letztlich einen fehlenden Buchstaben sowie ein fehlendes dreibuchstabiges Wort übersah, wofür ihn meine Anwälte noch zur Rechenschaft ziehen werden). Anschließend ging der Roman ziemlich fix in Druck und ist seit dem 1. Oktober 2017 im Handel, rechtzeitig zum Weihnachtsfest: Der Tod auf dem Gabentisch.

3. Erzähl uns bitte, worum es Deiner Meinung nach in dem Roman geht!

Ich bin mir nicht sicher, ob ich während unseres Gesprächs bereits die Sache mit meinem Tod erwähnt habe – möglicherweise ist mir das schon mal rausgerutscht, nebenher, so ganz am Rande …

Im Klartext: Ich hatte ein Nahtod-Erlebnis, durfte einen Blick nach drüben auf die andere Seite werfen (ja, es gibt ein Jenseits!) und kehrte wieder ins Diesseits zurück. Offenbar wollte man mich nicht dortbehalten, obwohl ich gern geblieben wäre, denn es ist da gar nicht so übel – wie mein Protagonist Mister Fitzgerald des Öfteren betont.

Mein Nahtod ist der eigentliche Dreh- und Angelpunkt des Romans, aber es geht noch um mehr: um die Entstehung und Heilung von Depressionen, um die Auslegung von Bibelworten, um seltsame Geister, um den menschlichen Phantasie-Himmel, ja sogar um Gott … lauter Wahrheiten, die mir sowieso keiner geglaubt hätte, daher habe ich von vornherein einen Mystery-Roman daraus gemacht.

Leben

Vor einiger Zeit habe ich mich bei Twitter angemeldet und festgestellt, dass es mir da recht gut gefällt. Dass einem dort für die Kommunikation nur 280 Zeichen (einschließlich der Links und den Hashtags genannten Rauten) zur Verfügung stehen, ist eine echte Herausforderung, die mich vor ein kleines Problem stellte: Wie wirbt man mit so wenigen Zeichen in möglichst vielen verschiedenen Themenbereichen für ein Buch?

Klar, ich könnte jeden Tag zig Werbungen twittern, gleich mehrere zu jedem einzelnen Thema, doch damit würde ich den wenigen Verfolgern, die sich mittlerweile für meinen Account interessieren, wohl gehörig auf den Wecker fallen, denn sie bekämen dieselbe Werbung ja wieder und wieder zu sehen. Also beschränke ich mich auf zwei, drei Buchhinweise pro Tag, wobei jede zweite einen neuen Totenspruch enthält – beispielsweise Nachdenkliches wie „Das Leben erlischt, die Liebe nie“ oder Flapsiges wie „So, so, zu deinen Lebzeiten warst du also Band-Mitglied bei Die Toten Hosen – und jetzt möchtest du dich im Jenseits verbessern?“

Die andere Hälfte besteht aus einer Dauerwerbung, die sich dank gezielt platzierter Hashtags auf einen Schlag in elf Richtungen verstreut:
Seltsames Nahtod-Erlebnis. War es Mystik oder eine kuriose Depression? Was bewirkte die plötzliche Heilung? Ein Wunder? Geister und Engel? Wo beginnt man die Suche nach Gott? In der Bibel oder im Himmel?

(http://www.aavaa.de/Mister-Fitzgerald)

Womit ich in meine wortreiche Rede nunmehr den Verlagslink eingeschoben habe – den Link auf meine Twitterseite lasse ich sogleich folgen:

4. Welches Deiner Projekte ist Dir das Liebste?

Früher war es immer das, an dem ich gerade gearbeitet habe – weshalb es jetzt, o Wunder, Mister Fitzgerald ist. Die Gespenstergeschichten habe ich einst so gern gemocht, dass ich sogar geweint habe, als sie eingestellt wurden – was kurz vor der Jahrtausendwende beinahe meinen schriftstellerischen Untergang bedeutet hätte. Mittlerweile bin ich nicht mehr so eine Heulsuse, man nennt mich den Mann aus Stahl (also ich nenne mich so, weil mich sonst keiner so nennt).

5. Wie bist Du eigentlich zum Schreiben gekommen?

Schon in der Schule mochte ich Diktate und das Schreiben von Aufsätzen, was zumindest bei ein paar Lehrern Anklang fand; die anderen hatten halt keinen intellektuellen Zugang zu meinen Texten – sprich: Die waren zu blöd, meinen Kindergenius zu erkennen!

Später probierte ich mehrere Berufe aus, vom Einzelhandelskaufmann über den Soldaten bis zum Lagerarbeiter. Nach etwa zwanzig Versuchen nahm ich mit 26 mein Schicksal selber in die Hand und begann, zu schreiben …

6. Was war der schönste Moment in Deiner Schriftstellerkarriere – von welchem Moment träumst Du noch?

Zählen Albträume auch? Ein Gefühl der Freude empfand ich stets dann, wenn ich ein veröffentlichtes Werk in den Händen hielt, was sich leider im Laufe der Jahre immer mehr verlor, weil ich anfing, Veröffentlichungen als etwas Selbstverständliches zu betrachten – bis zu dem Tag, an dem ich mein Fitzgerald-Freiexemplar in der Hand hielt. Plötzlich war das einstige Hochgefühl wieder da!

Logisch, denn bis dahin hatte ich immer nur Auftragsarbeiten erledigt bzw. exakt das geschrieben, was der Markt verlangte. Nun aber ist endlich, endlich etwas entstanden, das einzig und allein mir selbst entwachsen ist. Na gut, die erwähnten Geistererscheinungen haben mir vermutlich geholfen, jedoch bezweifle ich, dass sie Urheberrechtsansprüche stellen werden.

„Mister Fitzgerald – ist da wer?“ rund um den Erdball zu verbreiten ist fortan meine Restlebensaufgabe. Laut Hausarzt und Kardiologe mache ich es nicht mehr lange, aber denen huste ich was! Erst wenn 99% der gesamten Menschheit mein Buch NICHT gelesen haben – bescheiden wie ich bin, genügt mir das verbliebene Prozentchen -, beiße ich ins Friedhofsgras, keine Sekunde früher, Pasta mit Pesto!

7. Wenn Du in Hinsicht auf Deine Karriere nochmal von vorn anfangen könntest – würdest Du etwas anders machen und wenn ja, was?

Wahrscheinlich wäre ich zu feige, das Ganze überhaupt noch mal in Angriff zu nehmen, denn gerade in der Anfangszeit gab es viele Stolpersteine, insbesondere finanzieller Natur. Andererseits wären mir viele interessante Erlebnisse und Lebenserfahrungen entgangen, hätte ich mich nicht auf dieses Wagnis eingelassen. Was also anders machen? Hm, ehrlich gesagt: null Ahnung. Ich vermute mal, dass die meisten Menschen Deppen sind, die bei einem Neubeginn wieder exakt dieselben Fehler machen würden wie zuvor; da schließe ich mich nicht aus.

So sieht es also bei Uwe zuhause aus …

8. Du sagst, dass Mr. Fitzgerald Dein definitiv letztes Buch ist. Fehlt Dir das Schreiben denn gar nicht?

Nö, denn irgendwas wurstelt man sich am Schreibtisch immer zurecht, sei es eine kleine Kurzgeschichte oder eine ausführliche Mail – oder ein Interviewtext wie dieser hier, der hoffentlich nicht bis zur Unkenntlichkeit zensiert wird.

9. Welche/n Tipps/s hast Du für angehende Schriftsteller oder solche, die noch ganz am Anfang stehen?

Schreiben, schreiben und nochmals schreiben, denn Texte, von denen man immer nur träumt, kann auch keiner veröffentlichen. Fertige Texte, die in Schreibtisch-Schubladen vergammeln, übrigens auch nicht.

Aber ganz egal, ob man zielgenau für ein bestimmtes Genre schreibt oder ob man überzeugt ist, letztlich würde man auch für einen ungewöhnlichen Text einen Interessenten finden: Wenn die handwerkliche Qualität nicht stimmt – und die fängt bereits bei der Rechtschreibung an! –, wird es echt schwierig.

Alles Weitere ist abhängig von sehr, sehr viel Glück und guten Geistern, was manche erfolgreiche Bestsellerautoren gern vergessen, wenn sie sich unentwegt damit brüsten, was für Könner sie sind; auch diese Klientel hat mal als kleiner Pfurz angefangen.

Uwes letztes Buch.

10. Welche Faktoren entscheiden Deiner Meinung nach über Erfolg oder Misserfolg? Und was ist Erfolg überhaupt? Wirtschaftlich ertragreich zu arbeiten? Ein Buch zu beenden?

Die letzte Teilfrage beantworte ich zuerst und überaus umfangreich: Ja.

Erst wenn dieser wichtigste aller wichtigen Erfolge eingetreten ist, kann man die Veröffentlichung in Angriff nehmen. Ob selbige wirtschaftlich ertragreich ist oder nicht, sollte nur eine untergeordnete Rolle spielen, es sei denn, man muss (wie einst ich) davon leben.

Und was die entscheidenden Erfolgsfaktoren betrifft: Würde ich die kennen, wäre ich der Guru aller Schreiberlinge, und meine Jünger dürften mich anbeten und mein Konto auffüllen.

Von der vielen Kohle gehen meine Frau und ich dann auf Weltreise – eine, von der wir nie wieder zurückkommen. Da der Megaerfolg von Mister Fitzgerald nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, fangen wir schon mal mit dem Packen an.

11. Lieber Uwe, müssen wir alles, was du hier gesagt hast, wirklich ernst nehmen?

Nö. Nur das, was ich ernst meine.

Die Lange Lesenacht in Billerbeck 2017

Toll war`s! Richtig, richtig toll!

Ich war zum ersten Mal in Billerbeck und fand sofort Gefallen an dem schmucken Städtchen! Autorin und Journalistin Evelyn Barenbrügge, die Hauptorganisatorin der Veranstaltung, sorgte für einen warmherzigen Empfang und lud alle Autoren gemeinsam mit den Moderatorinnen (und auch Autorinnen!) Christa Gundt, Christine Hochberger und Christa Henrichmann erstmal zur Vorstellungsrunde mit Verköstigung ein.

Ein Teil meiner wunderbaren Zuhörerschaft. Und Kollege Carl, der wiederum mich fotografiert.

Der großartige Tobias Kiwitt, Vorstandssprecher des BVjA, gratulierte  Stefan Sprang; Olaf Alp wird die Ehrenmitgliedsurkunde in Berlin überreicht werden. Dann ging es auch schon los: Wir verteilten uns auf die vier verschiedenen Leseorte „Bei Jöppi“, das kleine Cafe, die OGS und das Forum. Viele fleißige Helfer hatten die Wege mit Windlichtern ausgeleuchtet, so dass man nur den Kerzen folgen musste, um die Veranstaltungsorte zu finden – eine tolle Idee! (Ich wäre trotzdem fast zu spät zu Nikodems Lesung gekommen, weil ich erst in die falsche Richtung unterwegs war, aber das hat nichts damit zu tun, so etwas schaffe ich immer irgendwie. :D)

Evelyn und Tobias bei Nikodems Lesung. Mann, war das klasse! Danke Nikodem, dass Du uns den Glauben an die „2000er Kinder „wiedergegeben hast! 😀

Ich habe mich sehr gefreut bei meiner Lesung „Bei Jöppi“ ein so tolles, freundliches Organisationsteam und zahlreiches Publikum vorzufinden. „Bei Jöppis“ ist eine Kneipe, die extra für dieses Event angemietet worden ist – meine herzlichen Dank an Mirko, seine Frau Birgit und dem gesamten Team von „BillerbeckLebendig„, die sich so hervorragend um uns Autoren gekümmert haben! 🙂

Die wunderbare Nicole Böhm kurz vor ihrer Lesung und Mirko, der sich großartig um uns gekümmert hat. Dankeschön! 🙂

Natürlich konnte man auch alle Bücher kaufen:

Die liebe Frau Gessmann von der „Bücherschmiede Gessmann“ beim plaudern mit Kollege Thorsten Sueße.

Ein bisschen Mikrofongefukkel, dann ging es auch schon los. Anmoderiert von der lieben Christa Gundt las ich, beantwortete Fragen, lachte jede Menge … Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht! 🙂

Mein Lesungstisch, noch hübsch ordentlich.

Als besonders schöne Überraschung war eine Kollegin aus „meinem“ Schriftstellerforum zur Lesenacht gekommen und wir sahen uns zum ersten mal „in real life“ – toll!

Liebe Stefanie – toll, dass Du da warst! Und jetzt ran an die Arbeit, ich erwarte Dein Buch im kommenden Jahr! 🙂

Wermutstropfen Nummer Eins: Die wunderbare Brina Stein, die ich so gerne endlich mal in persona treffen wollte, war leider kurzfristig verhindert. Liebe Brina, ich hoffe, wir holen das irgendwann nach! .-)
Wermutstropfen Nummer Zwei: Ich konnte mich nicht vierteilen, sonst wäre ich zu allen Lesungen meiner wunderbaren Kollegen und Kolleginnen gegangen! Wer mag, kann am Ende dieses Beitrages nachlesen, wer alles da war und woraus gelesen wurde.

So sieht ein junger, leicht avangardistischer Autor aus, nachdem er 8 Stunden lang von der Deutschen Bahn gebeutelt wurde. Hach, noch einmal jung sein … 😀

So besuchte ich Nikodems Lesung aus „Crackrauchende Hühner“ – wir hatten alle einen Heidenspaß! Ich hatte Nikodems großartiges Buch bereits zuhause und werde es jetzt mit Genuß weiterlesen!

Wie Kollege Carl hier eindrucksvoll beweist, ist das Autorendasein manchmal harte Arbeit … 😀

Anschließend besuchte ich noch die Lesung von Nicole Böhm, die ganz anders war, als ich es mir vorgestellt hatte. Wer irgendwie die Chance dazu hat, sollte sich Nicole unbedingt anhören, sie liest absolut begnadet, es ist, als würde man einem Hörbuch lauschen, absolut großartig!
Im Anschluss dann trafen sich alle Autoren und jeder, der sonst noch Lust hatte, „Bei Jöppi“ und wir plauderten bis tief in die Nacht hinein.

Die wunderbaren Kolleginnen Astrid Korten, Nicole Böhm und ich. Diese Damen haben bereits geschafft, wo so viele von uns noch hinwollen: Sie bestreiten mit ihrer Schreibleidenschaft ihren Lebensunterhalt. Das geht nur mit viel Talent, Ausdauer und Disziplin – toll! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. 🙂

Ich bedanke mich noch einmal herzlich bei Tobias Kiwitt, durch den ich erst die Möglichkeit zu dieser tollen Lesemöglichkeit bekomme habe, Evelyn Barenbrügge für den warmhezigen Empfang und die tolle Organisation sowie den Mitmoderatorinnen Christa Gundt, Christine Hochberger und Christa Henrichman, bei Marion Kessens, die als Leiterin der Kultur- und Touristmusabteilung Billerbeck auch ihre erste Lange Lesenacht erlebt hat, allen Helfern, Kollegen und natürlich den Zuhörern, vielen lieben Dank! 🙂

Mein derzeitiger Lesestapel: „Rotes Moor“ von Daniel Mylow, auf der Lesenacht gekauft, „Crackrauchende Hühner“ von Leveret Pale, bereits vor der Lesenacht begonnen, „Andere Beziehungen: Bieder, bissig, bös, bigott – 41 Stories“ von meinem lieben Autorenkollegen aus Arnsberg, Norbert Wiegelmann und „Saure Drops – gelutscht und nicht verschüttet“ von meinem lieben Kollegen Bo Sauer.

Und hier noch wie versprochen eine Auflistung aller beteiligten Autoren und ihrer vorgestellten Werke:

1. Carl Wilckens mit „13 – Das Tagebuch“
„Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete. Meine Jugend verbrachte ich in einer Drogenhölle ohne Sonnenlicht. Mein einziger Freund war der Hunger. Worte wie Freundschaft, Vertrauen oder Hoffnung bedeuteten mir nichts. Das Leben eines Menschen ist für mich nicht mehr wert als das einer Ratte. Ich kann euch töten, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich bin mehr Bestie denn Mann und ich giere nach einer Droge namens Pearl. Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit als Auftragsmörder und von meiner ersten Liebe. Vom Tagebuch, mit dem alles begann. Von der Suche nach meiner Schwester und dem Untergang der Welt.“

2. Nicole Böhm mit „Die Chroniken der Seelenwächter – Die Suche beginnt“
„Ein Vermächtnis aus tiefster Vergangenheit stürzt das Leben von Jess ins Chaos. Als ein magisches Ritual anders endet als erwartete, wird sie nicht nur mit den gefährlichen Schattendämonen konfrontiert, auch die geheime Loge der Seelenwächter greift in ihr Leben ein. Es scheint, als wäre ihre Familiengeschichte direkt mit dem ewigen Kampf zwischen Licht und Schatten verknüpft.“

3. Thorsten Sueße mit „Schöne Frau, tote Frau“
„Eine Morderserie versetzt die Region Hannover in Angst. Offensichtlich sucht sich der Täter seine Opfer gezielt aus, bevor er sie überwältigt, fesselt und anschließend erdrosselt. Neben jeder Toten lässt er ein Grablicht und eine Spielkarte zurück. Die ermordeten Frauen kommen aus dem Umfeld einer renommierten psychiatrischen Privatklinik, in der es in letzter Zeit zu dramatischen Vorfällen gekommen ist. Was steckt hinter den ausgeführten Morden? Rache …?“

4. Kerstin Lange mit „Speyerer Geheimnisse“
„Die geschichtsträchtige Reithalle im Speyerer Quartier Normand soll abgerissen werden, doch einige Bürger wehren sich entschlossen dagegen. Als einer von ihnen Opfer eines Unfalls mit Fahrerflucht wird, übernimmt Kriminaloberrat a.D. Ferdinand Weber die Ermittlungen – und entdeckt einen Zusammenhang mit einem Suizid vor neunundzwanzig Jahren. Je tiefer Weber gräbt, desto näher kommt er selbst dem Tod …“

5. Daniel Mylow mit „Rotes Moor“
„Januar 1979. Die letzten 36 Stunden im Leben von Sylvie Claasen. Die beschauliche Gemeinde Gersfeld in der hessischen Rhön wird zum Schauplatz des mysteriösen Verschwindens eines Mädchens. 27 Jahre später findet ein Torfarbeiter das Skelett eines Menschen im Moor. Was als überraschende Lösung eines lang zurückliegenden Vermisstenfalls beginnt, entpuppt sich als archäologische Sensation. Für die Kommissarin Anna Lewin beginnt damit jedoch ein nicht enden wollender Albtraum, der sie in das Labyrinth einer düsteren Parallelwelt führt …“

6. Franz Zumbrock mit „Brauner Abgrund“
„Steinfurt liegt im idyllischen Münsterland und wird zum Schauplatz eines gnadenlosen Kampfes gegen die Elemente des Rechtsradikalismus. Auf einem maroden Bauernhof in der Bauernschaft Sellen befindet sich die rechtsradikale Zelle mit dem Namen Gruppe 39 . Horst Schlier ist der Kopf dieser rechtsradikalen Gesinnung, die schon bald mordet und Anschläge im Umland der beschaulichen Kreisstadt verübt. Kriminalhauptkommissar Volkhard Dempter und seine Kollegin Kriminaloberkommissarin Melanie Albrecht ermitteln in einem braunen Sumpf, ohne zuerst brauchbare Spuren zu finden. Gnadenlos schlägt der Tod auf einer Demonstration gegen RECHTS in der Kreisstadt Steinfurt zu. In diesem Moment öffnete sich bereits der braune Abgrund!“

7. Brigitte Vollenberg mit „Inselhopping“
„Für die einen ist Ibiza Urlaub, für die anderen Alltag. Von Jens Laukemper wird die Altersversorung seiner Mutter auf Ibiza erwartet. Seine Tochter Christina verschwindet. Jens wird beschuldigt, seine Mutter getötet zu haben. Jens Frau Nina weigert sich, die Insel noch einmal zu betreten.
Während die Polizei nach der vermissten Christina fahndet, der Tod von Elisabeth untersucht wird, kommt ein dunkles Geheimnis ans Licht.“

8. Ingo Maria Langen mit „Kammer der Tränen“
„Skandale beherrschen den Vatikan: Nicht genug damit, dass die Kurie in Schwarzkontenaffären, Bestechung und Geldwäsche verstrickt ist – nun kommt auch noch der himmelschreiende, systematische sexuelle Missbrauch Minderjähriger ans Licht. Die Täter: Priester der katholischen Kirche. Zu viel für den Papst, der bereits zurückgetreten ist. Das Konklave steht bevor.“

9. Evelyn Barenbrügge las aus Brina Steins „115 Tage an Tisch 10″
Völlig unterschiedliche Charaktere erfüllen sich den Traum von einer Kreuzfahrt um die Welt. Viel gemeinsam haben sie nicht, aber allabendlich sitzen sie an dem selben Tisch des Kreuzfahrtschiffes Kosta Onda. Zunächst sehr distanziert, lernen sie sich und fast nebenbei die Welt kennen. Ihre Reise führt sie von Italien rund um Südamerika, durch die Südsee, Australien und um Südafrika herum wieder nach Italien. Nach und nach entwickeln sich Freundschaften und ihre Leben scheinen für 115 Tage ineinander zu verschmelzen.“

10. Leveret Pale mit „Crackrauchende Hühner“
„Nihilismus. Romantik. Drogen. Chaos. Kratom. Karl Marx beim Monopolyspielen. Zwei Hühner auf Crack. Der totale Wahnsinn.
Der 17-jährige Schüler Nathan ist ein psychopathischer Freak mit der exotischen Lieblingsdroge Kratom. Von den meisten seiner Klassenkameraden wird er gemieden, so auch von Daniel, der sogar Angst vor Nathan hat. Doch bei der Berlinklassenfahrt am Ende der zehnten Klasse kommen Nathan und Daniel in dasselbe Hotelzimmer und damit wird die Konfrontation unausweichlich. Bald schlagen Daniels Ängste vor Nathan jedoch in eine morbide Faszination für den exzentrischen Außenseiter, dem eine prophetische Macht innezuwohnen scheint, um. Je länger Daniel aber Nathan folgt, desto mehr beginnt die Realität zu zerbröckeln. Bald vollführt Nathan biblische Wunder und hält nihilistische Predigten. Es tauchen sonderbare Gestalten auf, wie Schwarze in Einhornkostümen, sprechende, cracksüchtige Hühner und suizidale Zombies. Zunehmend beginnen Traum und Realität immer mehr ineinander zu kollabieren. Bald steht Daniel vor der Frage:
Was ist real? Und wen interessiert das eigentlich?“

11. Astrid Korten mit „Die verlorenen Zeilen der Liebe“

Kurz vor ihrer Hochzeit erhält Chloé ein Bündel Briefe ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Schwester Lilly. Sie erfährt darin vom Leben und Lieben ihrer Schwester und von den Menschen im Café de Flore in Paris, wo Lilly einen einflussreichen und charmanten Geschäftsmann kennenlernt. Trotz aller Warnungen stürzt sich Lilly in eine Affäre mit dem verheirateten Mann, dessen Identität sie in ihren Zeilen nicht preisgibt. Sie nennt ihn nur Monsieur Inconnu. Doch dann beendet er jäh die Beziehung und zerstört Lillys Träume. Sie zerbricht.Lillys verlorene Zeilen erschüttern Chloé zutiefst und sie wird gezwungen, sich mit der schweren Schuld ihrer Familie auseinanderzusetzen, die auch ihre Zukunft beeinflussen wird.