Rezension zu „Mister Fitzgerald – Ist da wer?“

Nach dem sehr vergnüglichen Interview mit Uwe kommt jetzt wie angekündigt meine Rezension zu seinem Roman „Mister Fitzgerald – Ist da wer?“ :

Wie kann man Uwe Helmut Graves Roman „Mister Fitzgerald – Ist da wer?“ am Treffendsten beschreiben?
Vielleicht, indem man alle seine Aspekte beschreibt.

„Mister Fitzgerald“ ist der Bericht eines Mannes, der die Liebe zum Leben verliert und den Tod sucht – und ebenso eine Liebeserklärung an das Leben.
Noch nie las ich eine so plastisch geschilderte und eigentlich bedrückenden Krankheits-, nein, Heilungsgeschichte, die – daher das Wort „eigentlich“ – so ganz ohne Rumjammerei und Selbstmitleid auskommt.

Welche Ereignisse alles biografische Züge tragen und welche nicht, kann nur vermutet werden. Jedoch gelingt es dem Autor auf Vortrefflichste, jene Handlungsebenen (bzw. Dimensionen), welche das Buch letztendlich dem Mystery-Genre zuordnen, einzuflechten.
Der Aufbau des Buches ist so chaotisch wie das Leben selbst, verliert dabei aber nie seinen roten Faden und ermöglicht es dem Leser durch verschiedene Erzählperspektiven auch selbst verschiedene Betrachtungswinkel einzunehmen.

An der Sprache erkennt man den langjährig geübten Autor. Herr Grave schreibt stilsicher und gekonnt, da sitzt einfach alles. Dass ich dennoch länger als üblich für die Lektüre dieses Buches gebraucht habe, ist somit nicht einer komplizierten Sprache, sondern der Beschaffenheit des Buches geschuldet. Genau so, wie man vielleicht Fast Food, aber keinesfalls ein 5 Sterne-Menü hinunterschlingt, lädt dieses Buch zum genießen ein. Allein die zahlreichen Wortspiele wurden raffiniert und nicht zum Zwecke der Effekthascherei, sondern mit sichtbarem Genuss verfasst. Das Augenzwinkern, dass man dort erahnen kann, zieht sich im Übrigen durch das gesamte Buch: Selbst in der finstersten Stunde seines Protagonisten lässt es sich der Autor nicht nehmen, einen amüsierten, selbstironischen und in seiner Trockenheit doch heiteren Blick auf das Leben und das Wesen der Menschen zu werfen.

Die kleinen Miniepisoden zwischendurch, die von scheinbar alltäglichen Begebenheiten diverser Menschen berichten, lassen einen verblüfft Vertrautes erkennen und mit dem Gefühl zurück, dass alles Leben Sinn hat und alles miteinander verbunden ist.

Das Buch hat mich sehr oft zum schmunzeln und noch öfter zum lachen gebracht. Die unterschwellige Warnung, es selbst nie so weit kommen zu lassen, erreicht einen ohne mahnenden Zeigefinger.

Fazit: Ein Buch, so verrückt und berührend, dass es nur das Leben schreibt. Oder eben in Autor mit Hilfe einiger fragwürdiger Gestalten aus dem Jenseits. Eindeutige Kaufempfehlung! 🙂

Das Buch ist beim Verlag oder überall, wo es Bücher gibt in folgenden Ausführungen erhältlich:

  • Taschenbuch:   ISBN 978-3-8459-2470-0  (199 Seiten)   €11,95
  • Großdruck:   ISBN 978-3-8459-2471-7   (303 Seiten)   €11,95
  • Sonderdruck Mini-Buch ohne ISBN   (303 Seiten)   €7,95
  • eBook ePub, Mobi:   ISBN 978-3-8459-2472-4   (186 Seiten)   €6,99
  • eBook PDF:   ISBN 978-3-8459-2473-1  (445 Seiten)   €6,99
Advertisements

#Buchpassion – Edition: Lieblingsautorinnen und -autoren 29.9.-1.10.2017

Die liebe Janine vom Literaturblog Kapri-Zioes hat eine tolle Aktion ins Leben gerufen. Bereits zum zweiten Mal vereint sie BlogerInnen, AutorInnen und Unternehmen unter dem Stichwort #Buchpassion und koordiniert verschiedene, tolle Aktionen rund um die Themen Bücher und lesen.

Nun möchte die liebe Janine also wissen, was ich zum Thema „Lieblingsautorinnen und -autoren“ beizusteuern habe – alles klar! 🙂

Normaler Weise reagiere ich etwas gestresst auf die Frage nach meinem Lieblingsautor oder meiner Lieblingsautorin. Wer mir diese Frage stellt muss damit rechnen, dass ich eine ganze Weile vor mich hingrübele und erst einmal gar keine Antwort geben kann.
Nachdem ich allerdings vor nicht allzu langer Zeit meine LieblingsBÜCHER herausgekramt habe (und zwar hier) dachte ich mir, dass auch die Frage nach den Lieblingsschriftstellern endlich gelöst werden muss. Und zwar dieses Mal methodisch!

Wer sind meine Lieblingsautoren?
Dabei ist meine Methode dieses Mal pragmatischer Natur: Ich werde einfach zählen, von wem ich die meisten Bücher besitze!

… Gut, so einfach ist es dann doch nicht, 😀
Ich teile daher meine Lieblingsautorn und -Autorinnen in 3 Kategorien ein:
1. Offensichtlicher Lieblingsschriftsteller durch Quantität.
2. Offensichtlicher Lieblingsschriftsteller durch Qualität.
3. Offensichtlicher Lieblingsschriftsteller, da ich mir immer wieder (privat oder in einer Bücherei) seine/ihre Werke ausleihe.

Kategorie 1: Von welchen 5 Autoren oder Autorinnen besitze ich die meisten Bücher?
Platz 1: Eindeutig und mit gebührendem Abstand: Robin Hobb (Genre: High-Fantasy)! Ganze 17 (!) Bücher von ihr finden sich in meinem Regal.
Platz 2: Alexander McCall-Smith (Genre: u.A. Botswana-Krimis) und Val McDermid (Genre: Krimis und Thriller) mit jeweils 11 Büchern
Platz 3: Joanne K. Rowling (Genre: Urban Fantasy, Krimi), Tess Gerritsen (Genre: Thriller) und Ernst W. Heine (Genre: Historisches und Bissiges) mit jeweils 10 Büchern.
Platz 4: Terry Pratchett (Genre: Fantasy, Gesellschaftskritisches, Märchen, Britischer Humor) mit 9 Büchern; er steht deshalb auf Platz 4, weil ich deutlich mehr Bücher von ihm kenne und liebe.
Platz 5: Ken Follet (Genre: Krimis, Abenteuer, Historisches) und Madeleine Brent (Genre: Abenteuerliche Liebesromane) mit je 9 Büchern

Kategorie 2: Lieblingsautorien und -Autorinnen, die mich mit nur jeweils einem Buch/einer Reihe hochgradig begeistert haben:
1. Platz: Tamora Pierce mit „Alanna, die Löwin von Tortall“ (All Age-Fantasy)
2. Platz: Charlier/Giraud mit „Blueberry“ (Western-Comic im franko-belgsichen Stil)
3. Platz: Susan Kay mit „Das Phantom“ (Hochspannender, kritischer Roman, der auf dem Phantom-Mythos beruht)
4. Platz: Gerdaldine McCaughrean mit „Lauter Lügen“ (Jugendfantasy, märchenhafte Episoden mit Rahmenhandlung)
5. Platz: Marian Keyes mit „Sushi für Anfänger“ (Lockere Liebesgeschichte mit einigen Lachern)

Kategorie 3 befasst sich mit Schriftstellern, deren Werke ich immer wieder lese, aber eben größtenteils nicht gekauft habe, sondern mir im Familien- und Freundeskreis oder in einer Bücherei ausgeliehen habe. Diese Schriftsteller stehen bei mir für grundsolide Qualität, sind sozusagen mein „Notfallprogramm“: Wenn ich nicht weiß, was ich lesen soll, suche ich mir ein Buch von denen heraus, weil ich ganz genau weiß, dass es toll sein wird, egal, welches Thema darin behandelt wird!
Platz 1: Gaby Hauptmann. Ihr Schreibstil ist gewöhnugnsbedürftig, aber so erfrischend, wie ich mir ein Glas Sekt am frühen Morgen vorstelle, 😀 Manchmal herrlich frivol, manchmal albern, aber immer elegant entlarvt Frau Hauptmann das Witzige, das Sprüchende, das Verkommene, das Gefährliche im Alltag. Herrich aufdeckend, entlarvend, Unterhaltung, wie ich sie mag: Locher und leicht, doch stets mit einer ironischen Note, einem süffisanten Unterton.
Ihr dicht auf denFersen übrigens die wunderbare Kerstin Gier! 🙂
Platz 2: Marion Zimmer-Bradley: Fantasy mit Mittelalter-Verklärungsromatik, Berühmte Sagen neu erzählt, eine ordentliche Portion Feminismus (im guten wie im schlechten Sinn), Science Fiction, Gesellschaftskritik, alles: Von den Darkover-Romanen und -Anthologien bis zu den Nebeln von Avalon, das war eine der ganz Großen! Diese Vorstellungskraft und diese Energie! Ich war und bin nicht mit allen Aussagen einverstanden und so manches Buch war mir zu langatmig. Aber Marion Zimmer-Bradley gehört für mich definitiv ans Firmament des Phantastikhimmels, ich verdanke ihr unzählbare wunderbare Lesestunden!
Platz 3: Dieser Platz geht an die Krimiköniginnen Joy Fielding und Mary Higgins Clark. Tolle, spannende, souverän geschriebene Krimikost, und das seit Jahrzehnten! Verlässlich klasse und jede Leseminuten wert!
Platz 4: Andreas Eschbach ist mit Sicherheit einer der klügsten Köpfe unter den heutigen deutschen Schriftstellern. Außerdem ist er grundsympatisch, schreibt verlässlich souverän über welches Thema auch immer und ist immer wieder für Überraschungen gut. Gekonnt mischt er die verschiedensten Genre wie Krimi, Thriller, Science Fiction und Fantasy miteinander. Der perfekte Tipp gegen Langeweile: Lehrreich, spannend, phantastisch!
Platz 5: Markus Heitz` Ulldart-Zyklus ist aus meinem Leben nicht wegzudenken. Dann wären da noch die Zwergenreihe und die Albae und … und und und. Ein Vielschreiber ist er, der liebe Herr Heitz. Und ein grausamer dazu: wer seine Bücher lesen will, sollte sich nicht zu sehr an diesen oder jenen Protagonisten gewöhnen … Interessant, teilweise mit einem tollen Humor und/oder einer interessant-ironischen Weltsicht. Lohnt sich immer!*
(*Sofern man die vielen Toten verkraftet)

Ich danke Dir, liebe Janine, für diese spannende Aufgabe! Und jetzt gehe ich schmökern, wer sonst noch alles eine Auswahl an Lieblingsautoren und -Autorinnen getroffen hat – ich bin gespannt! 🙂

Rezension „Die Lichtbringer“ von Sabrina Wolv

Meine liebe Kollegin Sabrina Wolv hat kürzlich ihren ersten Roman im Verlag el Gato veröffentlicht. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mir das Buch zu kaufen. Das ist deswegen erwähnenswert, weil ich eigentlich nichts mehr lese, worin etwas Schlimmes mit Kindern oder Jugendlichen vorkommt. Für Sabrina, die bereits mit ehemaligen Kindersoldaten gearbeitet hat, habe ich eine Ausnahme gemacht. Ob es sich gelohnt hat?

„Die Lichtbringer“ ist der erste Band eines Zweiteilers, die Geschichte wird bald in „Der Abendstern“ fortgesetzt.

Sabrina Wolvs Debütroman startet mit einem richtigen Schocker: Der sechsjährige Strudel hat in Notwehr seinen Onkel getötet. Doch anstatt nach diesem Trauma psychisch betreut zu werden, geschieht das Gegenteil: Strudel wird zur Akademie gebracht, wo er zum Soldaten ausgebildet werden soll.

Wer mag, kann „Die Lichtbringer“ auch direkt bei der Autorin bestellen, auf Wunsch natürlich auch signiert. Klick: http://sabrina-wolv.de/kontakt/

Die Geschichte von Strudel spielt in einer düsteren Zukunft, in der die Menschen unter riesigen Kuppeln Zuflucht vor der vergifteten Außenwelt gesucht haben. Neben der Kuppel Eden, in der Strudel lebt, gibt es noch weitere und nicht alle sind Eden freundlich gesinnt …
Was heute noch leider in vielen Ländern der Welt grausamer Alltag ist, bestimmt auch bald Strudels Leben: Obwohl erst sechs Jahre alt werden er und weitere Kinder zu Soldaten ausgebildet, zu einer absoluten Tötungselite. Trotz oder gerade wegen ihres brutalen Lebens bilden sich neben Feind- auch Freundschaften, die auf eine harte Probe gestellt werden: Nicht jeder überlebt das harte Training und wer nicht die geforderte Leistung zeigt wird „ausgemustert“.

Armer Strudel: Nicht jeder seiner Freunde überlebt die Ausbildung. Und er?

Während die Kinder recht schnell versuchen, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, ist man als Leser oft fassungslos. Durch ihre eigene Arbeit mit ehemaligen Kindersoldaten ist es Sabrina Wolv gelungen, ein beängstigend realistisches Bild dieser jungen Menschen zu zeichnen. Ich musste das Buch oft für einige Zeit zu Seite legen, weil es mich inhaltlich und eben wegen seiner realistischen Beschreibungen geschockt hat. Und dann doch wieder weiterlesen, weil es so spannend war!
Sabrina Wolvs Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Sie schafft es, mich bereits nach den ersten Sätzen in eine komplett andere Welt abtauchen zu lassen und mit wenigen Worten komplette Szenarien zu erschaffen. Ihre Beschreibungen sind präzise, die Dialoge lebensnah.
Die Geschichte von Strudel – der als Soldat die Nummer 365 zugeteilt bekommt – nimmt mit, lässt einen atemlos die Seiten umschlagen und dann wieder vor Zorn innehalten. Für mich war die Handlung zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar; vor Allem das Ende lässt mich gespannt dem nächsten Teil entgegen zu fiebern

Wer direkt bei Sabrina bestellt, bekommt neben einer Widmung auch ein paar coole Goodies. 🙂

Zwei kleine Abzüge gibt es dafür, dass mir nur dadurch, dass ich zuerst auf die letzte Seite geschaut habe klar war, dass es sich um einen Mehrteiler handelt, und dafür, dass mir eine auf dem Klappenumschlag abgedruckte Rezension einen Tick zu viel verraten hat.

Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil, auch wenn es „harter Stoff“ ist, und empfehle diese Fanatsy-Dystopie gerne jedem, der Lust auf eine hochspannende, intelligente Geschichte voller Menschlichkeit und ohne überflüssige Liebesgeschichte hat.

Morgen folgt dann noch ein echt witziges Interview mit der lieben Sabrina! 🙂

 

Links:
– Sabrinas Autorenseite: http://sabrina-wolv.de/
– Sabrina Wolv bei Facebook: https://www.facebook.com/Sabrina.Wolv/
– „Die Lichtbringer – Nr. 365“ direkt beim Verlag kaufen: http://verlagshaus-el-gato.de/?s=lichtbringer&post_type=product
– „Die Lichtbringer“ bei Amazon: https://www.amazon.de/Nummer-365-Lichtbringer-Sabrina-Wolv-ebook/dp/B073WX41WV/ref=asap_bc?ie=UTF8

Daten zum Buch:
Taschenbuch: 344 Seiten
Preis Taschebuch: 14,90 Euro
Preis KindleEdition: 5,99 Euro
Verlag: Verlagshaus el Gato; Auflage: 1., erste (1. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946049044
ISBN-13: 978-394604904