Von Cliffhangern und zugeklebten Seiten

Laut Zeigarnik-Effekt erinnern wir uns besser an unerledigte Aufgaben, als an erledigte. Grund hierfür sei, dass wir mit der Erledigung einer Aufgabe eine zunächst aufgebaute Spannung wieder loswerden: Uff, es ist geschafft! – Ein tolles Gefühl und leider anscheinend eines, dass wir schnell wieder vergessen. (Sehr schön und in aller Kürze wird dieser Effekt hier erklärt: http://entwicklung-der-persoenlichkeit.de/zeigarnik-effekt)

Diesen Effekt konnte ich bei mir selbst auch schon oft beobachten. Wer kennt das nicht, dass einem eine bestimmte Aufgabe auch noch nachts im Bett im Kopf herumschwirrt und einen nicht zur Ruhe kommen lässt? Dabei hilft es meistens, sich dann die genaue Aufgabe/n zu notieren. Und sich am nächsten Tag der Aufgabe, so lästig sie auch sein mag, zu stellen. Etwas vor sich her zu schieben, führt nur zu Streß und wie heißt es so schön? „Arbeit wird man am besten los, wenn man sie erledigt!“

Das Ganze fügt sich natürlich wunderbar in die ganze Kurzzeit-Langzeitgedächtnis-Sache ein: Wir können unfassbar viel in unserem Kurzzeitgedächtnis speichern, etwa die Phasen der Mitose, die wir extra für die Biologieklausur gelernt haben. Und danach, wenn wir uns nicht mehr weiter damit beschäftigen, verblasst dieses Wissen ebenso schnell, wie wir es uns angeeignet haben; was dauerhaft erhalten bleiben soll, müssen wir uns erst ins Langzeitgedächtnis eintrainieren.
Aber ich schweife ab.

Unerledigtes beschäftigt uns also angeblich sehr viel länger als Erledigtes. Auch hinsichtlich privater Angelegenheiten kann ich das bestätigen; ob im Guten oder im Schlechten, im Grunde strebt der Mensch doch immer danach, ein Ende zu finden, einen Schlussstrich ziehen zu können, einen Abschluß zu haben.

Das haben natürlich auch schon vor langer langer Zeit die Filmemacher und Soapschreiber entdeckt und der Cliffhanger war geboren: Statt hübschen, in sich komplett verpackten Film- oder Geschichtspäckchen gibt es oft nach dem vermeintlichen Ende nochmal einen richtigen Schocker, der uns auf die nächste Folge zittern und warten lässt. Wir denken darüber nach und – noch wichtiger – wir reden darüber: „Was meinst Du, wie es weitergeht? Wird X dies oder das machen? Was wird mit Y geschehen?“ und so weiter.

Dabei ist der Cliffhanger nicht nur für den Leser, sondern auch für den Autor ein regelrechter Balanceakt: Ist nämlich der Cliffhanger zu ausgeprägt, verflüchtigt sich das angenehme Gefühl, das man als Leser beim Lesen des eigentlichen Endes hat, völlig. Der Cliffhanger wird wie angepappt, als billige Kundenbindungs- und Kaufanreizmasche und verhagelt einem im Nachhinein das ganze Buch.
Ist er allerdings zu lasch kann es natürlich sein, dass der Leser der Fortsetzung und Auflösung erst garnicht entgegenfiebert.

Was mich zu meiner persönlichen Cliffhangerregel Nummer 1 führt:

1) Es wird bitteschön nur gecliffhangert, was auch aufgelöst wird!

Bis heute ist mir der Umstand, dass es für X Serien keine saubere, finale Auflösung gibt, ein Ärgernis! Serien erfüllen nicht die gewollte Quote und werden kurzfristig abgesetzt. Und da mittlerweile ständig Staffeln nicht mehr mit einem wohlverdienten StaffelFINALE im Sinne mehrerer, sauber aufgelöster Handlungsstränge enden, sondern mit einem Cliffhanger auf die nächste Staffel, bleibt man als Zuschauer oft im Regen stehen, wenn die Serie eingestellt wird.
Bei Büchern kommt das leider auch vor. Allerdings sind mir bislang eher die Varianten begegnet, dass die Fortsetzung in geringerer Auflage verlegt wurde und dann vergriffen war; wer nicht bereit ist, dann horrende Summen für den nächsten Band zu zahlen, hat Pech gehabt, oder die Variante – man denke an Stieg Larsson oder Diana Norman – dass der Autor oder die Autorin leider mitten im Verfassen einer Reihe verstorben ist. Wer die Millenium-Trilogie oder die grandiose „Mistress of the art of death“-Reihe gelesen hat weiß, dass die Bücher trotz einiger offener Fragen doch immer auch in sich abgeschlossen sind, und das ist gut so.

Ich fordere daher als Regel Nummer 2:

2) Der Cliffhanger darf NIE das eigentliche Ende übertrumpfen!

Ja, es darf ein wenig darauf gebaut werden, die Leser bei der Stange zu halten. Aber alles in Maßen bitteschön!

Regel 3 ist kurz und knackig:

3) Schreibt außen drauf, wenn es sich um einen Fortsetzungsroman handelt!

Ich war schon ein paar Mal in der Situation, dass ich ein Buch las und die Seiten weniger und weniger wurden, ich mich schon wunderte, wie der Autor noch alles aufzulösen gedenkt und BAMM: „Fortsetzung folgt“ oder „Lesen Sie weiter im nächsten Band!“ – Na herzlichen Dank auch! Da fühle ich mich als Leser ehrlich gesagt abgezogen: Wenn nichts auf dem Buch drauf steht, darf ich doch wohl davon ausgehen, dass es sich im einen EINTEILER handelt!
Mittlerweile achte ich da sehr genau drauf, blättere vor dem Buchkauf immer erst zur letzten Seite vor.
NOCH ÄRGERLICHER ist es übrigens wenn man ein Buch gekauft hat, welches sich als ZWEITER Teil von irgendwas entpuppt und welches man im Grunde nicht lesen kann, ohne sich zuvor noch den ersten Band zu organisieren – ist das so schwierig, das auf das Buch aufzudrucken?
(Genau aus diesem Grund wird übrigens der nächste Hexenherzroman KEINE Fortsetzung im eigentlichen Sinne sein; zwar gibt es ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten, aber auch wer kein Vorwissen aus dem ersten Buch hat, wird dieses Buch problemlos lesen und genießen können; ansonsten hätten wir nämlich auf „Eisiger Zorn“ ein „Teil 1“ ergänzt.)

Anlaß dieses Beitrages hier ist, dass mir ein Buch unter die Augen kam, auf das ich einen ganz persönlichen Groll hege. Nein, keine Sorge, ich nenne weder Titel noch Autor. Zur Verteidigung dieses Werkes sei gesagt, dass es Teil einer REIHE ist; in dem Fall denke ich – sofern es wie in diesem Fall hintendrauf vermerkt ist – darf man sich den Extrahinweis „Band X“ sparen.
Fakt ist aber, dass das Ende GROSSARTIG war – doch dann ging das Buch leider noch weiter. Nur zweieinhalb Seiten, aber die hatten es in sich und mein glückliches Strahlen wich bestürzten Zornes- und Kummertränen.
Es ist eine Sache, nachdem die Helden alles gegeben haben, fast umgekommen sind und sich erst in letzter Sekunde alles zum Guten gewandt hat den Killer, der dann doch überlebt hat, im Nachspann diabolisch vor sich hinkichern und neue Pläne schmieden zu lassen – geschenkt!

Aber dieser Cliffhanger … nee! Da habe ich gestreikt und zum ersten Mal in meinem Leben tatsächlich ein Buch zensiert. Mit Papier und Klebestift! Um künftige Lesergenerationen nach mir zu schützen!
Ebenswo wenig, wie man nach einem Streit einfach innerhalb eines Tages und ohne ein weiteres Wort Handynummer und Mailadresse ändert und seinen Wohnsitz ins Ausland verlagert, darf man seine Leser auf den letzten Seiten mit übertrieben drastischen Schilderungen von ausufernder Tragweite zurücklassen, ohne ihm auch nur den Hauch des Ansatzes einer Erklärung oder aber ein Fünkchen Hoffnung zu hinterlassen!

Daher also meine Cliffhanger-Regel Nummer 4:

4) Liebe Autorinnen und Autoren, benehmt Euch bitte und übertreibt es nicht!

In besagtem Fall war übrigens eine von mir heißgeliebte, wenn auch nur fiktive Person von seinem/r Autor/in eiskalt, überraschend und ziemlich scheußlich umgebracht worden.
Damit, dass so etwas geschieht, muss man als Leser zurecht kommen (ich als Autorin übrigens auch, wenn man die recht hohe Mortalitätsrate in „Eisiger Zorn“ betrachtet), aber doch nicht so: Happy End (oder etwas in der Art), Protagonist stirbt unerwartet, überraschend, fies, Buch ist zu Ende. Nein. Das hat mir wirklich die ganze Reihe verdorben!

Derzeit schiebe ich übrigens die Lektüre eines Buches vor mir her, weil ich fest damit rechne, dass die Hauptfigur darin sterben wird. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …

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Lektorat, Korrekturat und was davon macht jetzt der Testleser?

Nachdem ich im letzten Beitrag allgemein über Testleser berichtet habe nun die Frage: Was machen die eigentlich?

Zunächst einmal zur Begriffsklärung:
Unter einem Korrekturat versteht man, dass eine Person den Text auf simple Sprachfehler, sprich Grammatik- und Rechtschreibfehler hin untersucht.
Eine menschliche F7-Taste sozusagen, nur – wenn die Person geübt ist – natürlich viel genauer und zuverlässiger, als es ein Softwareprogramm je könnte.
Unter einem Lektorat versteht man – außer die entsprechende Abteilung eines Verlages – die qualitative Prüfung des Textes. Natürlich achtet auch ein Lektor auf Rechtschreib- und Grammatikfehler, jedoch kann das Korrekturat auch bereits im Vorfeld von einer etwas weniger qualifizierten Person übernommen worden sein. Ein Lektor achtet vor Allem auf Inhalt und Stil eines Textes.
Wenn Euer Text ein Speckstein ist, den Ihr mühsam aus einem Berg gehauen habt, ist der Korrekteur die Feile und der Lektor das Schmiergelpapier; Ihr als Autor seid natürlich ebenso beides.

Es soll tatsächlich Menschen geben, die sich keinerlei Mühe beim schreiben geben, weil sie meinen, „Das macht doch dann eh der Verlag während dem Lektorat!“
Mal davon abgesehen, dass es „während des Lektorats“ heißen muss, ist mir auch noch kein Mensch mit dieser Einstellung begegnet, der einen Verlagsvertrag bekommen hat; so viel dazu. 😉

Testleser kommen ins Spiel, lange bevor der Text – sei es im Verlag oder bei Selbstverlegern durch einen externen Dienstleister – ins Korrekturat oder Lektorat geht. (Keine Sorge übrigens: Erfahungsgemäß sind immer genug Rechtschreibfehler für alle da. 😉 )
Was aber leisten Testleser jetzt: Ein Korrekturat oder ein Lektorat?

Die Antwort ist eindeutig: Das, was Ihr möchtet!
Nur sollte das jedem klar sein.

Kein Testleser hat Lust, eure Drecksarbeit zu machen. Wer also meint, den Menschen, die einem freiwillig helfen, mal eben die dahingeschlunzte Rohfassung eines Textes, der nur so vor Fehlern strotzt, hinwerfen zu können, wird schon recht bald ohne Testleser dastehen. Fehler passieren immer und werden übersehen, natürlich, aber man sollte sich schon Mühe geben – schon allein aus Respekt gegenüber den Testlesern!

Jeder, der schon einmal Testleser war weiß, was das für eine Arbeit sein kann.Daher sollte von vornherein klar sein, was der Testleser tun soll. b er das dann machen möchte, ist ja ihm überlassen.

Wer nicht gut mit Rechtschreibung und/oder Grammatik zurechtkommt, kann sich natürlich Menschen suchen, die den Text daraufhin untersuchen, natürlich (Ich empfehle übrigens die „Änderungen anzeigen“- und Kommentarfunktionen der gängigen Schreibprogramme). Allerdings zeugt es auch hier von Respekt gegenüber seinen Helfern, mindestens eine automatische Rechtschreibüberprüfung durchlaufen zu lassen!

Denkt ein Testleser, er solle nur auf den Plot achten und sieht er sich dann gezwungen auf  jeder Seite 100 Fehler anstreichen müssen, verliert er sicher bald die Freude. Im Übrigen ist das auch eine Frage der Zeit: Einen vor Fehlern strotzenden Text zu korrigieren dauert sehr lange!

Um zu testen, ob Testleser und Autor gut zusammenarbeiten, ist es ganz wirksam, das Ganze einfach mal anhand von 3, 4 Seiten auszuprobieren.

Nochmal: Was ein Testleser im Endeffekt macht, ist allein Sache zwischen Autor und Testleser, es sollte nur vorher abgesprochen sein!

Eine gute Methode, die Zusammenarbeit zu erleichtern und konstruktiver zu gestalten ist es, sich als Autor vorher zu fragen, was genau man von dem Testleser überhaupt wissen möchte – ganz konkret und nicht so ein Wischiwaschi wie „Lies mal und sag mir, du davon hälst!“ – und dann dem Testleser die ausformulierten Fragen zu stellen.

Hier ein paar Beispiele:
– Ist Charakter X sympathisch?
– Ist der Plot logisch?
– Ist die Entwicklung des Protagonisten Y schlüssig?
– Sind die Szenen A und B spannend?
– Was denkst du an Stelle C, wie es weitergeht?
– Haben dich die Enthüllungen in Kapitel D überrascht?

Und ganz wichtig natürlich auch direkt nach negativen Dingen nachfragen:
– Gibt es Stellen, an denen dir der Text zu langatmig oder langweilig erscheint?
– Sind dir die Charaktere gut ausgearbeitet oder sind sie zu blass?
– War dir eine Wendung vorhersehbar?
usw.

Je gründlicher sich der Autor in Form solcher Fragen vorbereitet, desto detailierter und nützlicher können Testleser Rückmeldung geben!

Zum Abschluss empfehle ich noch, sich hinsichtlich der Sprache abzusprechen. Ich erwähnte im vorherigen Beitrag bereits, dass es gilt, klar zwischen „Arbeit“ und „Privatem“ zu trennen.
Testleser – ich eingeschlossen – neigen zu vorsichtigen Formulierungen, weil sie den Autor nicht verletzen wollen. Blumige Wortgebildemonster wie „Meiner Meinung nach könntest du vielleicht wenn du magst lieber besser …“ sind da keine Seltenheit. Da hilft es, sich von vorneherein zu einigen, dass:
– jede Aussage des Testlesers lediglich SEINE SUBJEKTIVE MEINUNG ist
– jeder als Aufforderung oder Befehl formulierte Satz lediglich EIN VORSCHLAG ist

Demnächst schreibe ich dann noch ausführlich, wie man meiner Meinung nach, die jetzt nicht allgemeingültig sein und auf jeden zutreffen muss, ich will nur mal aufzeigen, wie das für mich allein, also nach meiner ganz subjektiven Wahrnehmung, das muss dann ja jeder für sich selbst wissen,  konstruktive Kritik ausüben kann. Zumindest zeige ich eine Art von vielen auf, nicht, dass ich euch da irgendwie reinreden möchte, ich will nur eine von vielen Möglichkeiten zeigen …., wie man konstruktive Kritik übt. 😉

Warum selbst der schlechteste Autor ein Autor ist und der Beste manchmal gar keiner

Soeben hast du das Buch zugeschlagen und zur Seite gelegt. Du wartest und während du wartest wird dir klar, worauf du wartest: Auf den zufriedenen kleinen Seufzer, der dir sonst immer entfährt, wenn du ein Buch beendet hast.
War das Buch gut, bleibt es bei diesem einen Seufzer. Du stehst auf, bringst das Buch an einen anderen Ort – etwas ins Bücherregal, wo es fortan seine neue Heimat hat – oder einfach auf den Tisch, wo es darauf wartet, verliehen, weitergereicht oder zurück zur Bücherei gebracht zu werden.
Manchmal hat dich das Leben jetzt endlich wieder, manchmal bleibst du noch eine Weile in der soeben erfahrene Traumwelt versunken. Jeder Vielleser kennt wohl das Gefühl, wenn man eine komplette Reihe durchgelesen hat, diese Gefühl der Leere und des Schwebezustandes.
Wer von uns hätte sich nicht nach „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ gleichzeitig zufrieden und leer gefühlt, wer braucht nicht nach einem Wälzer wie „Die Säulen der Erde“ oder einem besonders perfiden Thriller eine Leseverschnaufpause?

Doch heute ist es anders, heute will dir dieser kleine Seufzer nicht über die Lippen kommen. Doch wie du so darüber nachdenkst, entfährt dir ein ganz anderes Seufzen, und zwar ein genevtes!

„Das soll es jetzt also gewesen sein?“, denkst du und starrst vorwurfsvoll auf den mittelmäßigen Einband. „Und darum haben die jetzt so ein großes Trara gemacht?“
Missmutig schüttelst du den Kopf. „War ja ganz nett, aber mal ehrlich? Das kann ich auch!“
Du ärgerst dich. Weil du Zeit und vielleicht auch Geld in etwas investiert hast, dass dich wenig bis gar nicht unterhalten hast. Du fühlst dich übers Ohr gehauen und den Gedanken, dass Geschmäcker nunmal verschieden sind, lässt du heute nicht durchgehen denn: „Das kann ich aber auch! Ach Quatsch, das kann ich sogar besser!“

„Ja dann mach auch!“, möchte ich dir in genau diesem Moment sagen. „Dann setz dich verflixt nochmal hin und mach! Gerne sogar, ich bitte sogar darum: Es kann garnicht genügend gute Bücher in der Welt geben, ich sehne mich nach jedem neuen Einfall, jeder spannenden Lektüre, jedem geistreichen Manuskript und Zeilen voller Poesie, Wortwitz oder Atmosphäre, BITTE SCHREIB!“

Und genau an diesem Schritt scheitert es oft.
Lieber Leser, der du schon so lange davon träumst, dein eigenes Buch zu schreiben: Wo bleibt es denn?
Du, der du Bücher hingebungsvoll in der Luft zerreißt, wenn sie dir nicht gefallen, der du oft schon von Kleinigkeiten oder winzigen Fehlern genervt bist: Kannst du es tatsächlich besser?

Ein Buch muss schon verdammt schlecht sein, um nicht zumindest ein Mindestmaß an Respekt für den Autor verlangen zu können. Denn jeder Autor hat schonmal das geschafft, was viele nie schaffen werden und wofür andere (auch ich) viele Jahre Anlauf gebraucht haben: Er hat sich hingesetzt und ein Buch geschrieben.

Irgendwo las ich mal, dass ein Buch zu schreiben tatsächlich auf der Wunschliste der meisten Menschen in Deutschland steht. Und richtig: Wenn ich im Geist meinen Bekanntenkreis durchgehe, sind da einige dabei, die „gerne mal ein Buch schreiben“ würden. Früher war ich eine von ihnen. War auch eine, die immer wieder angefangen, aber nie beendet hat.

Was mich zu der einen, unwiderlegbaren und harten Wahrheit bringt: Selbst das schlechteste Buch hat bessere Chancen, verlegt und gelesen zu werden als das beste ungeschriebene.

Uff.
Das ist hart, aber wahr. Logisch.

Wenn du, lieber Leser mit unerfüllten Schreibambitionen, dich also das nächste Mal über ein Buch ärgerst und grummelst, es besser zu können, dann vergiß nicht, dass der Autor dir zumindest in einer Sache voraus ist: Er hat ein Buch zu Ende geschrieben!

Also trau dich, setz dich hin und nimm dein Herzensprojekt endlich in Angriff! Mach weiter, wo du aufgehört hast, halte durch, häng dich wieder rein! Glaub mir, die Mühe lohnt sich! Und außerdem brauche ich neuen Lesestoff! 🙂