Das eckige runde Fahrrad ohne Räder oder Das Ärgernis mit den Formatvorgaben

Wann immer es meine Zeit erlaubt und ich etwas Passendes finde, nehme ich an Schreibwettbewerben teil. Das macht Spaß, ist eine tolle Übung und auch mal eine nette Abwechslung zur Arbeit an einem ganzen Roman.

Was ich NICHT MEHR mache ist an Ausschreibungen teilzunehmen, von denen ich nichts habe. Meine Geschichte wird im Erfolgsfall veröffentlicht? Juchu, das kann ich auch selbst: Hier im Blog, via Facebook oder sonstwas, herzlichen Dank!
Gerade berufsjunge Autoren und Autorinnen werden gern mit „Referenzveröffentlichungen“ geködert und ja, sowas macht sich natürlich gut im Lebenslauf, ABER … wenn man darüber nachdenkt, ist es doch eine ziemliche Frechheit, jemandes Träume und Wünsche auszunutzen und ihn für lau für sich arbeiten zu lassen.
Wer anderer Meinung ist, kann das gerne mit einem anderen Beruf, etwa dem eines Handwerkers vergleichen: Würden Sie, liebe Anthologieausschreiber ohne Honorarzahlung*, auch den Elektriker fragen, ob er nicht einfach umsonst rumkommt und den Herd anschließt? Nein? Wieso denn nicht? Weil der Ihnen etwas husten würde? Und wenn Sie ihm sagen würden, dass Sie sich das nicht leisten können auch? Na sehen Sie …

(*Keine Regel ohne Ausnahme natürlich.)

Zum Glück gibt es aber auch anständige Ausschreibungen, wenn sie auch im Bereich der „Unterhaltungsliteratur“ eher dünn gesät sind …

Viele dieser Ausschreibungen und Schreibwettbewerbe treiben mich aber regelmäßig in den Wahnsinn. Nicht wegen der vorgeschriebenen Themen oder Genre, sondern wegen ihrer saudämlichen (entschuldigt bitte, aber manchmal muss man die Dinge einfach beim Namen nennen) formalen Anforderungen.

Als da wären:

  • „Die Geschichte sollte einen Umfang von X Seiten nicht überschreiten.“

Eine DIN A4-Seite umfasst bei der Schriftart Times New Roman, Schriftgröße 12 Pkt. und 2 cm-Seitenrändern 4.003 Zeichen inklusive Leerzeichen. Ungefähr, aber dazu später mehr. Nutze ich diese Schriftart Courier New, sind es bei gleicher Schriftgröße nur noch 3.550 Zeichen. Knapse ich die Ränder um jeweils einen halben Zentimeter ab, sind es immerhin 3.904 Zeichen. Vollgeschrieben und ohne Absätze und Zeilenumbrüche. Die kann – und sollte man – natürlich nutzen. Ein Brief, den ich die Tage geschrieben habe, kommt da – DIN A4-Seite, 2 cm-Seitenränder – beispielsweise nur auf 2.104 Zeichen.
WENN man also eine Vorgabe in Seitenlängen macht, DANN doch bitte ETWAS genauer!

Zum Glück, so sollte man meinen, gibt es die Normseite. Die Normseite ist definiert als eine Seite mit 30 Zeilen zu je 60 Anschlägen, also 60 Zeichen inklusive Leerzeichen. Soweit, so gut.
Diese wunderbare Erfindung, dieses in der Buchwelt absolut gängige und bekannte Format, wird dann aber wieder von zahlreichen Ausschreibern ad absurdum geführt:

  • „Der Text soll 10.000-12.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und nicht mehr als 7 Normseiten umfassen.“

Ähm. Nun gut, ich rechne das mal aus: 10.000 Zeichen ergeben – theoretisch – 6 Normseiten, 12.000 Zeichen ergeben 7 (6,666). So weit so gut?
Nein, weil es völliger Blödsinn ist! NATÜRLICH könnte ich meine Geschichte, die 11.798 Zeichen umfasst, jetzt in 6 Normseiten quetschen. ODER ich könnte sie schön und vor allem SINNVOLL formatieren, eben mit Zeilenumbrüchen und Absätzen!
Liebe Ausschreiber: Bei einem solch völligen Quark müsst Ihr Euch nun wirklich nicht wundern, wenn ihr so unförmiges Zeug bekommt wie

„Ich will“, sagt er. „Ich nicht.“ Er kann es nicht fassen. Am nächsten Tag …

Denn für sowas hier:

„Ich will“, sagt er.
„Ich nicht.“
Er kann es nicht fassen.

Am nächsten Tag …

ist ja kein Platz!

Es gibt viele gute Gründe, die Länge eines Beitrages in Seitenangaben anzugeben – aber dann lassen Sie bitte diesen Zeichenquatsch da raus!

Eine weitere „Lieblingsvorgabe“ von mir ist die Kombination zwischen der Normseitenvorgabe und einer jener Schriftarten, bei der die Buchstaben unterschiedlich viel Platz haben:

  • „Der Text sollte 4 Normseiten zu je 30×60 Anschlägen umfassen. Bitte in Times New Roman 12 pt formatieren!“

Wer sich mit Schriftarten nicht auskennt, erkennt im besten Falle nicht, worin der Fehler besteht. Im schlimmsten Fall treibt ihn diese Vorgabe in den Wahnsinn. Denn: Bei der Schriftart Times New Roman sind nicht alle Buchstaben gleich groß!
Was erstmal logisch klingt erweist sich als unmögliche Aufgabe: Es ist nicht (!) möglich, in dieser Schriftart eine gescheite Normseite zu produzieren, denn die Anzahl der Zeichen pro Zeile wechselt mit jeder Zeile!
Ich habe das für Euch mal ein bisschen veranschaulicht:

Falls Ihr also je daran verzweifelt seid, eine Normseite einzurichten: Daran könnte es gelegen haben!

Interessant wird es auch, wenn einem so ziemlich alles vorgeschrieben wird – außer den Seitenrändern!

  • „Der Text sollte 5 Normseiten (30 mal 60 Anschläge, max. 1800 Zeichen, Times New Roman, 12pt, Zeilenabstand 1,5) nicht überschreiten.“

Der Einfachheit halber – siehe oben – ändere ich das jetzt mal auf Courier New 11pt um:

  • „Der Text sollte 5 Normseiten (30 mal 60 Anschläge, max. 1800 Zeichen, Courier New, 11pt, Zeilenabstand 1,5) nicht überschreiten.“

Mir wird also alles vorgeschrieben – nur wie mache ich das?
Ganz einfach: Ich stelle die Schriftart und -Größe und den Zeilenabstand ein. Und dann habe ich ein Problem, denn: Welche Seitenränder soll ich benutzen?

Ich demonstriere das einmal anhand meiner Kurzgeschichte „Der Zweifel“, die Ihr hier lesen könnt. Ich benutze keine spezielle Autorensoftware, sondern ein einfaches Schreibprogramm. Daher hat mein Text die voreingestellten Seitenränder 2 cm. Der Zeilenabstand beträgt 1,5 und die Schrift ist Courier New 11pt.

Jetzt möchte ich das Ganze in das obige Format bringen und erweitere – was soll ich sonst auch machen? – die Seitenränder.
Nach einigem Ausprobieren lege ich die Seitenränder auf je 3,5 cm fest und erhalte so 60 Anschläge pro Zeile – so weit so gut. Fehlen ja nur noch die 30 Zeilen, also geht es den oberen und unteren Seitenrändern an den Kragen.
Ränder von 3,5 cm oben und unten bringen meinen Text auf 34 Zeilen pro Seite. Zu viel. 5 cm oben und unten bringen schließlich die Lösung und fertig ist die Normseite.

Das muss sich aber bitteschön jeder selbst zurecht fukkeln. Wäre es wirklich so schwer, liebe Ausschreibende, wenn Sie das einmal für sich machen und dann mit angeben würden? Was würden Sie uns das Leben erleichtern, wenn Sie uns die zu Ihren sonstigen Vorgaben passenden Seitenränder gleich mit vorgeben würden!

Man soll ja nun bloß nicht glauben, dass man das einmal durchmachen muss und dann hätte man es für immer geschafft, weit gefehlt! Denn dann kommt auch schon die nächste Ausschreibung mit den Vorgaben:

  • “ … 8-10 Normseiten (30 mal 60 Anschläge, Courier New, 11pt, doppelter Zeilenabstand).“

Oder um ein bisschen Schwung reinzubringen:

  • „… zwischen 12 und 15 Normseiten (Schriftart Courier New, 13pt, doppelter Zeilenabstand.)“

Also nochmal: Entweder, liebe Ausschreibende, Sie überlassen alles uns und geben nur eine Zeichenanzahl ODER eine Normseitenzahl vor, oder Sie geben wirklich alles bis hin zu den Seitenrändern vor, das wäre prima!
Und ja, das geht, wie etwa die Leute vom Blogq5 beweisen:
https://blogq5.de/autoren-2/normseiten-warum-brauche-ich-das-ueberhaupt/

(Wer generell Hilfe beim Erstellen einer Normseite braucht, findet per Suchmaschine zahlreiche Anleitungen und auch Vorlagen zum kostenlosen Download wie etwa bei Autor und Schreibcoach Ronny Rindler: https://www.rindlerwahn.de/normseite/)

Ich kann garnicht sagen, wie viel Zeit Kollegen, Kolleginnen und ich schon mit solchen Formatsfukkeleien verschwendet haben!

Und manchmal finde ich dann doch den Beweis – das kann ja unmöglich ernst gemeint sein – dass auch Schreibwettbewerbsausschreiber über Humor verfügen:

  • „Textlänge: Maximal 5 Seiten in Schriftgröße 12“
  • „Der Text sollte dem gängigen Umfang einer Kurzgeschichte entsprechen.“

Oder meinen die das doch ernst …?

 

Advertisements

Adrian und Jenny tratschen über mich

Meine liebe Kollegin Sabrina Wolv hat mich aufgefordert, bei der Challenge „Oktobergeheimnisse – Protagonisten plaudern über ihren Autor“ der lieben Damen Gabi Büttner und Silvia Nagels des Autoren_Netzwerkes mitzumachen.

Die Idee ist auf jeden Fall witzig und da Sabrina bereits zwei meiner Figuren dafür ausgewählt hat – Adrian und Jenny aus „Hexenherz“ – schaue ich jetzt mal, was dabei herauskommt …

1..Erzähl uns etwas über Deine Autorin. Stell sie kurz vor.
Jenny: „Tut mir leid, aber so gut kenne ich Monika gar nicht. Sie ist sehr nett, aber mehr weiß ich eigentlich nicht von ihr.“
Adrian: „Monika ist 34 Jahre alt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Erfreulicher Weise sind wir einer Meinung, was die Stellung von Mann und Frau angeht. Jeder ist gleich viel Wert und sollte an seinen Taten gemessen werden und nicht an seinem Geschlecht.“

2. Hat deine Autorin Dich gefunden oder du sie?
Adrian: „Sagen wir: wir sind uns über den Weg gelaufen.“
Jenny: „Ich habe Monika über Birgit und Helena kennengelernt.“

3. Wie behandelt sie Dich? Fühlst du Dich respektiert oder ignoriert?
Adrian: „Da bin ich mir nicht sicher. Monika lässt mich zu Wort kommen, das ja, aber ehrlich gesagt hätte ich noch viel mehr zu sagen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie einfach keine Lust auf eine Debatte hat, sondern lieber ihre Ruhe haben will.“
Jenny: „Es tut mir leid, aber ich verstehe die Frage nicht?“

4. Was nervt dich an Deiner Autorin?
Jenny: „Garnichts. Was sollte mich denn nerven?“
Adrian: „Es ist schlimm, dass so viele sterben mussten. Das dürfte aber schwerlich Monikas Schuld sein, das ist vielmehr Folge der ungerechten Gesellschaft, in der wir leben.“

5. Was magst du an Deiner Autorin?
Jenny: „Ich finde Monika sehr nett und mag ihren Humor.“
Adrian: „Tut mir leid, aber könnten wir jetzt bitte über etwas anderes reden? Große Dinge stehen bevor, wichtige Dinge. Die viel bedeutsamer sind als ein einzelner Mensch.“

6. Was sagt die Familie Deiner Autorin dazu, dass er schreibt?
Adrian: „Die findet das gut, soweit ich weiß. Es ist sehr wichtig, von seiner Familie unterstützt zu werden. Leider ist das bei mir nicht der Fall …“
Jenny: „Die freuen sich, glaube ich, dass es so gut läuft.“

7. Ist Deine Autor eher in eine Nachteule oder ein Frühaufsteher? Wie ist ihre Stimmung morgens kurz nach dem Aufstehen?
Jenny: „Oh je.“
Adrian: „Sagen wir mal so: Man sollte Monika erst ansprechen, wenn sie einen Kaffee getrunken hat. Glaub mir, es ist besser so!“

8. Wann ist die produktivste Zeit Deiner Autorin?
Jenny: „Sie denkt ja immer dass das abends wäre …“
Adrian: „Dabei ist es definitiv morgens!“

9. Wie entspannt sich Deine Autorin? Hilfst Du ihr dabei?
Jenny: „Uff, schwierige Frage. Da kann ich eigentlich nichts zu sagen.“
Adrian: „Ich kenne Monika nur entspannt.“

10. Lässt Du Deiner Autorin Zeit zu lesen?
Jenny: „Ich fürchte, kaum. Das tut mir auch sehr leid. Ich weiß ja, wie gern sie liest …“
Adrian: „Man kann nie genug lesen. Aber noch viel wichtiger ist der Dialog untereinander. Meiner Meinung nach sollte Monika lieber mehr Fachliteratur als Romane lesen. Oder noch besser: Veränderungen bewirken. Das Leben ist zu kurz, um auf dem Sofa zu liegen und nichts zu tun. Aber erzähl ihr bitte nicht, dass ich das gesagt habe.“

Soso. Interessant. Hm …

Das absolut geniale Zitateinterview: 12 Fragen an Nikodem Skrobisz

Er ist erst 18 Jahre alt und kann schon auf eine beeindruckende Karriere als Selfpublisher zurückblicken: Nikodem Skrobisz hat unter seinem Alter Ego Leverat Pale bereits fünf Romane, drei Anthologien und zwei Sachbücher sowie zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht und sich eine treue Fangemeinde erschrieben. Da ich das Privileg genieße, Nikodem zu meinen mir freundschaftlich verbundenen Kollegen zählen zu dürfen, liegt der Gedanke nahe, ihn zu interviewen um ein bisschen Werbung für seine ungewöhnlichen Bücher zu machen und sich im Gegenzug auch von ihm ausfragen zu lassen. Da ich Interviews oft informativ, aber langweilig finde, haben Nikodem und ich uns etwas ganz Besonderes ausgedacht: Wir dürfen die 12 Fragen des anderen AUSSCHLIESSLICH mit Zitaten aus unseren VERÖFFENTLICHTEN Werken beantworten! Dabei müssen wir stets den ganzen Passus schreiben – wäre sonst ja witzlos – und dürfen maximal drei verschiedene Textstellen zitieren. (Die ausführlichen bibliographischen Angaben findet Ihr ganz unten.)
Es versteht sich von selbst, dass wir dem jeweils Anderen keine einfachen Ja-/Nein-Fragen stellen … 😉

Viel Spaß nun mit dem genialen Zitateinterview mit Nikodem Skrobisz aka Leveret Pale:

1. Frage:
Lieber Nikodem, Du hast ja bereits im Alter von sechzehn Jahren Dein erstes Buch veröffentlicht. Als ich so alt war, war es für mich noch ein mehr oder weniger absurder Zukunftstraum, irgendwann einmal Schriftstellerin zu werden. Was war der Auslöser dafür, dass Du diesen Schritt schon so früh gewagt hast?

„Als kleines Kind hatte er oft stundenlang am Fenster gesessen und sich vorgestellt, dass dort Riesen und Drachen in den Wäldern oder auch Zwerge in den Minenschächten lebten. Aber er war schon lange kein kleines Kind mehr und schenkte der Aussicht keine Beachtung.“
Zitat aus: „Der Bunker“, S.11.

So jung und schon so viele Bücher – Chapeau!

„An einem Punkt in meinem Leben begann ich mich jedoch für die bewusstseinserweiternde Wirkung halluzinogener Psychedelika zu interessieren, hatte doch eines von diesen, nämlich die Hawaiianische Holzrose, mich wie Lazarus von den Toten auferstehen lassen. […] Ich ging durchs Purgatorium, meine Katharsis, und meine Augen wurden gewaltsam weit aufgerissen. Ich erkannte mein Potenzial, meine Möglichkeiten, meine Fähigkeiten, meine Bürde, mein Leiden und damit meine Bestimmung, eine Identität, den einzigen Sinn, für den ich geschaffen wurde und für den ich weiterleben sollte:
Das Schreiben, das Erzählen und Dichten.
Ja, ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich die Tatsache noch am Leben zu sein und nun als Schriftsteller zu erblühen, diesem Erlebnis verdanke, ohne welches ich wohl tot oder zumindest noch immer ein Taugenichts wäre.“
Zitat aus: „Kratom“, S.427.

Nikodem bei der Arbeit.

2. Frage:
Du wurdest ja schon des Öfteren von Menschen angegriffen, deren größter Wunsch es ebenfalls ist, als Schriftsteller tätig zu sein. Dahinter steckt natürlich Neid. Wie stehst Du generell zum Thema Neid unter Autoren-“Kollegen“?

„Definitiv, ich habe mich aber bereits oft genug mit solchen Menschen unterhalten. Sie machen immer die gleichen Fehler, lassen sich von Doktrinen und ihren Trieben, vor allem Neid, leiten, sie sind realitätsfern und gehen von einem homogenen Menschenbild aus. Lassen wir das. Ich könnte mir den Spaß erlauben, sie in eine Debatte zu verwickeln, aber das würde uns nur Ärger einbringen.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S.61.

„Es ergibt keinen Sinn, es ist absurd, und das ist der relevante Punkt.“
Zitat aus: „Das Erwachen des letzten Menschen“, S. 54.

3. Frage:
Wenn Du nur noch ein einziges Buch schreiben könntest, wovon würde es handeln?

„Wie ein gigantisches Monster verschlingen die zentralen Gebäudekomplexe aus Beton, Glas und Stahl tagtäglich abertausende Individuen, und scheiden Angestellte, 1er-Schüler, Arbeitnehmer, Konformisten und ähnlich langweiligen Dreck aus. Die Mühlen und Stanzen der Wirtschaft und der Jagd nach Wohlstand rattern und schlagen erbarmungslos auf den Menschen ein, bis er zerbricht, und das einzige, was ihn hält, bleibt das Rauschgift.“
Zitat aus: „Arschageddon“, S. 22.

„Mein Leben mag zwar sinnlos sein, aber dadurch bin ich frei. Ich kann das Leben und diese Freiheit genießen, statt mich zu betäuben oder wahnsinnig im Kreis zu laufen, auf der Suche nach einem Weg zur Unsterblichkeit oder einem fadenscheinigen Sinn. Ich kann die wahre Welt, wie sie um mich herum existiert wahrnehmen und akzeptieren, statt mich in abstrakte Gedankengebilde und engstirnigen Hedonismus zu flüchten.“
Zitat aus: „Das Erwachen des letzten Menschen“, S. 53.

4. Frage:
Was müsste man Dir bieten, damit Du nie wieder außerhalb von Schule, Uni oder Beruf etwas schreibst?

„Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und begann die ersten Zeilen meines zweiten Romans zu tippen. Ich versank wie so oft im Schreibrausch, dem einzigen Zustand, in dem ich mich selbst vergesse, wo die Finger über die Tastatur fliegen und der Mensch davor verschwindet. Frieden.“
Zitat aus: „Kratom“, S.429.

Kreatives Chaos – so muss das sein! 😀

„Ein leichtes Schwanken meiner Seele, als wäre ich gerade auf ein kleines Ruderboot gestiegen, dessen Bestimmung es war, für immer und in Frieden über den endlosen Fluss der astralen Welten zu gleiten.“
Zitat aus: , „Crackrauchende Hühner“, S. 146

5. Frage:
Deine Bücher handeln oft vom Wahnhaften, Verstörten, Kranken … Aber hast Du auch schonmal einen Liebesbrief geschrieben?

„Ja, klar.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S. 267.

Er kann auch romantisch –  wenn er denn will.

„Weißt du was? Manchmal habe ich das Gefühl, Liebe könnte die Antwort auf all unsere Probleme sein. Liebe ist das stärkste natürliche Schmerzmittel. Sie lässt das Leben göttlich wirken, sie spendet Sinn und Trost in dieser kalten und sinnlosen Welt.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S. 247.

6. Frage:
Ich stelle mir gerade vor, dass ich Deine Oma wäre und mit kummervollem Kopfschütteln seufzen würde: „Ach Jung, warum schreibst Du denn nicht mal was Schönes?“ 😀 Ernsthaft: Werden wir von Dir auch mal etwas „Seichteres“, „Sonnigeres“ zu lesen bekommen?

Nikodem und seine Oma.

„Stell dir vor, Atombomben würden in Rom, Jerusalem, Mekka, Varanasi und Beijing explodieren. Stell dir vor, die Fresken des Vatikans und der Papst würden innerhalb von Sekunden zu radioaktiven Staub verbrennen. Stell dir vor, der Stein von Kaaba würde im nuklearen Feuer dahinschmelzen. Stell dir vor, der Ganges würde mit all den Pilgern darin schlagartig verdampfen. Ein Inferno aus Millionen von Schmerzensschreien und unendlicher Hitze, kochendem Blut und berstenden Knochen. Stell dir die Stätten aller großen Religionen ausgelöscht vor.“
Zitat aus: „Samael“, S.9.

„Und? Fühlst du dich besser?“
Zitat aus: „Paranoia“, S. 19.

Frage 7:
Hand aufs Herz: Bist Du als Schriftsteller finanziell im Plus, im Minus oder gleicht sich alles in Etwa aus?

„Ich stehe hier und lache der Absurdität der Welt ins Gesicht.“
Zitat aus: „Das Erwachen des letzten Menschen“, S.53.

Frage 8:
Was denkst Du: Gibt es zu viele Menschen, die schreiben, obwohl sie es nicht können, oder solche die es können, aber sich nicht trauen? Oder auch mal allgemein gefragt: was hältst Du für schädlicher, Over- oder Understatement?

„Ich sehe nichts Neues, denn überall wo ich hinkomme, war ich bereits. […] Nur ich bin geblieben und wandere weiter, denn dies ist meine Essenz.“
Zitat aus: „Der letzte Wanderer“, S. 162.

Frage 9:
Was war Dein miesestes Erlebnis als Schriftsteller?

„Ein weißes Kaninchen sitzt daneben und lacht. Wozu soll das alles gut sein? Ach ja, stimmt, ich vergaß. War ja klar. Ich darf es nur dem Leser nicht verraten. Moment mal! Träume ich gerade in einem Buch zu sein?“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S. 46.

Frage 10:
Was wäre Dein Berufswunsch, wenn jeder Job der Welt gleich gut bezahlt wäre?

„Ich möchte frei sein. Auf allen Wegen. Wahrscheinlich werde ich ein Bohèmedasein führen, sobald ich mich durch die Schule durchgetrickst habe und alles Notwendige dafür bereitsteht. Ich werde Philosoph, Künstler, Designer, Prophet und Schriftsteller. Frei, unabhängig und authentisch und ich werde einige Projekte voranbringen, die die Welt grundlegend verändern werden. Oh ja, an diesen Projekten arbeite ich bereits jetzt schon seit einigen Jahren.“
Zitat aus: „Crackrauchende Hühner“, S.67.

Frage 11:
Womit kann man Dir eine Freude machen, was wäre das Schönste, dass jemand über eines Deiner Bücher sagen oder schreiben könnte?

„Ich muss darüber nachdenken.“
Zitat aus: “ Das Erwachen des letzten Menschen“, S. 14.

Frage 12:
Letzte Frage, lieber Nikodem, dann hast Du es geschafft! 😀 Überzeuge mich, Deine Bücher zu kaufen! 🙂

„Product-Placement: Lest alle Bücher von Leveret Pale. Buy my shit. Ich habe auch einen geilen Instagramaccount, um meinen inneren Narziss zu ernähren. Bitte. Nur ein Herzchen am Tag von dir kann das Leben eines Narzisses signifikant verbessern. Call alle deine Bekannten zu Action und spread meinen Wahnsinn und den Hype!“
Zitat aus: „Apokalypse“, S.57.

Das, lieber Nikodem, hat mir sehr viel Spaß gemacht! Chapeau, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Du meine Fragen nur mit Zitaten so souverän antworten kannst, Hut ab!
Meine Lieblingsantworten von Dir sind übrigens 4, 5 und 7, genial!
Im Gegenzug Deine Fragen ebenfalls nur mit Zitaten zu beantworten hat mir übrigens auch sehr viel Spaß gemacht, das war teilweise ganz schön kniffelig, eine tolle Herausforderung, das können wir in ein paar Jahren gerne wiederholen. 🙂

Wen es interessiert, wie ich mich so geschlagen habe und mit welch geistreichen Zitaten ich um mich geworfen habe, kann das Interview mit mir auf Nikodems Autorenseite lesen. 🙂

Hier noch ein paar Links zu Nikodem:

Nikodems Autorenseite: http://leveret-pale.de/
Nikodem auf:
Facebook: https://www.facebook.com/LeveretPale/
Instagramm: https://www.instagram.com/leveret_pale/
Pinerest: https://www.pinterest.de/leveretpale/
Tumblr: https://nikodemskrobisz.tumblr.com/
Lovelybooks: https://www.lovelybooks.de/autor/Leveret-Pale/
Amazon: https://www.amazon.de/Leveret-Pale/e/B015BKNDDE/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&linkCode=sl2&tag=levepaleschr-21&linkId=8931276d63acf210ab898f56701494ae

Bibliographie der verwendeten Werke: