Asphaltspurenladys

Nach einigen Anläufen ist es mir endlich gelungen, mit einem Beitrag nicht nur unter die Top 5 der Blitzaktionstexte bei den Asphaltspurenladys zu kommen, sondern sogar den ersten Platz zu belegen – ich freue mich sehr!!!
Aber beginnen wir von Vorne!

Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich gerne an Schreibwettbewerben teilnehme. Bei meiner Suche nach literarischen Ausschreibungen stieß ich vor längerer Zeit auf das Projekt „Asphaltspuren“, welches seit 2003 von den Damen Regina Holz (Herausgeberin), Margit Heumann, Gisela Laalej und Beate Loddenkötter zur Förderung „junger“ Literatur betrieben wird.

Neben anderen Projekten wie der Herausgabe mehrerer Magazine (Print und EBook) – siehe Homepage – stellen die Damen regelmäßig spannende und kniffelige Aufgaben für alle Schreibwütigen auf. Und scheuen sich nicht davor, sich diesen Herausforderungen auch selbst mal zu stellen!

Die Wettbewerbsrichtlinien sind streng, fein und anspruchsvoll – stets gilt es, einen kurzen bis kürzesten Text unter Einhaltung strengster Vorgaben zu schreiben! Wie scharfsinnige Rätsel – oder auch verdammt harte Nüsse, die es zu knacken gilt.
Eine Auswahl gefällig?

Blitzaktion (man hat lediglich 14 Tage Zeit) zum Thema „Knall“:
Eine Geschichte aus genau (!) 60 Wörtern, von denen 10 Wörter „knall“ beinhalten müssen.

Blitzaktion: Eine Geschichte zum Thema „Schlaf“ in 100 Wörtern – aber ohne A’s und Ä’s!

Schreibe einen Krimi in 100 Wörtern!

Schreibe eine Kurzgeschichte bis zu 12.000 Zeichen zum Thema „Jedoch“!
(Diese Ausschreibung läuft noch bis Ende Juli, hier der Link: https://www.asphaltspuren.de/spurwechsel/ausschreibungen)

und, und, und.

Wer einen Blick in die Liste meiner Veröffentlichungen geworfen hat weiß, dass ich schon ein paar Mal mit dabei sein durfte, aber jetzt habe ich es zum ersten Mal geschafft, auch bei einer Blitzaktion mit meinem Minitext einen Volltrefer zu landen – ich freue mich sehr!

Ich kann die Seite nur jedem – sowohl Autor, als auch Leser – wärmstens empfehlen!

Es gibt tolle Projekte, Rezensionen, lesenswerte Berichte rund um die Schreiberei. Außerdem gibt es pro Blitzaktion jeweils fünf auserwählte und gehaltvolle „Texthäppchen“ auf der Homepage zu lesen.

Die Ausschreibungen bereiten mir persönlich jedes Mal sehr viel Spaß und Freude. Einfach, weil ich dann mal etwas schreibe, was ich sonst nie schreiben würde (Wer käme schon von allein auf die Idee, sich eine Kürzestgeschichte zu einem Mann, der auf einem roten Sofa sitzt, welches mitten auf dem Gehweg steht, auszudenken? Noch dazu mit lediglich 20 Substantiven darin?).
Macht Spaß, macht Laune, bringt enorm viel Übung.

Meinen Text und viele weitere, tolle Texte zur Blitzaktion mit dem Thema „Überraschung!“ in exakt 50 Wörtern (ohne Überschrift, wobei sämtliche Substantive mit „H“ beginnen müssen) und allen vorangegangenen Blitzaktionen gibt es hier zu lesen: https://www.asphaltspuren.de/

Viel Spaß beim Lesen und Mitmachen und viele liebe Grüße an die Asphaltspurenladys! 🙂

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Fehlerblindheit 3: Was man gegen Fehler tun kann

Ich denke nicht, dass man immer und überall Fehler vermeiden kann. Wie gezeigt, haben Rechtschreibüberprüfungsprogramme ihre Grenzen und Autoren, Testleser und Lektoren sind nunmal auch nur Menschen.

Wie bereits gezeigt, gibt es 5 Gründe, warum wir Fehler so oft übersehen:

1..Die Betriebsblindheit
2. Die Buchstaben
3. Das menschliche Gehirn
4. Die (Mit-)Gesprochene Sprache
5. Der Bildschirm

Hier nun ein paar hilfreiche Gegenmaßnahmen:

1..Nichts hilft so gut gegen Betrieblindheit wie zeitlicher oder persönlicher Abstand.
Den persönlichen Abstand erreicht man, indem man andere Personen den Text lesen läßt: die Testleser. Sie können das tun, was wir so oft nicht können, und zwar unseren Text nur von Außen betrachten. Daher fallen ihnen Fehler besser und schneller ins Auge, als dem Autor selbst.
Der zeitliche Abstand ist schon schwieriger. Und eigentlich ganz einfach: Den fertigen Text einfach mal ein paar Wochen liegen lassen. Man wird schnell feststellen, dass man beim erneuten lesen plötzlich einen ganz anderen Blickwinkel darauf hat; man hat sich dem eigenen Text entfremdet, so dass man die Möglichkeit hat, das ganze mit anderen Augen zu betrachten. Das mag merkwürdig klingen, klappt aber tatsächlich ganz hervorragend – sofern man die Geduld besitzt oder überhaupt die Zeit dazu hat.

2. Es kann tatsächlich helfen, wenn man für sich persönlich eine andere Schriftart wählt. Da muss man einfach ein bisschen rumprobieren. Ich komme zum Beispiel mit Verdana wesentlich besser zurecht, als mit den üblichen Verdächtigen Times New Roman und Arial Black.

3. Was auf jeden Fall eine verflixt gute Technik ist, ist rückwärts lesen. Dadurch verlieren die Worte ihren Sinnzusammenhang und werden dadurch nicht sofort richtig gelesen. Leider muss ich dazu sagen, dass diese Technik natürlich für kurze Texte sehr gut geeignet ist, man aber bei langen Texten an seine Grenzen stößt.

4. Ein absolutes MUSS ist das Ausdrucken des Textes! Das ist vor allem bei längeren Texten mit Kosten verbunden, die man gerne vermeiden würde. Dennoch finden die meisten Menschen auf diese Art viel mehr Fehler, als allein bei der Kontrolle vorm Bildschirm.

5. Gezielt nach Schwächen suchen! Es gibt in den gängigen Schreibprogrammen diese wunderbare Funktion „suchen“ bzw. „suchen und ersetzen“ – die kann man für sich nutzen!
Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich oft „ABend“ statt „Abend“ schreibe, kann ich ja nach „ABend“ suchen lassen; kenne ich meine Schwäche bezüglich der „das/dass“-Schreibung, kann ich auch dies gezielt kontrollieren usw.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweise für alle, die wie ich Fehler auf dem Ausdruck markieren und dann am PC korrigieren: Ich rate jedem, der es mit einem längeren Text zu tun, den Text rückwärts zu korrigieren!
Der Grund ist einfach: Manchmal streicht man im Zuge einer Korrektur ganze (Ab-)Sätze; doch auch, wenn es nur hier und dort ein Wort ist, das eingefügt oder ersetzt wird, läppert sich da Einiges zusammen. Sprich: Was vorher Seite 65 war, ist vielleicht mittlerweile Seite 66 geworden. Das klingt etwas unspektakulär, aber es ist ein enormer Arbeitsaufwand, jedes Mal erst wieder die richtige Zeile, in der sich der Fehler versteckt, zu finden. Man sollte nicht unterschätzen, wie sehr sich Absätze im Zuge der Korrektur verschieben können.

Vom Kürzen

Im Endeffekt ist es mit der Länge des Buches wie mit der Einnahme eines Medikamentes: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.„,
schrieb ich in einem vorherigen Beitrag.

Damit meine ich nicht, dass man auf ausführliche Beschreibungen oder Nebenhandlungsstränge verzichten soll. Aber sie müssen relevant sein und einem Zweck dienen. Dieser Zweck kann durchaus sein, beim Leser eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder das Buch vielschichtiger und spannender zu gestalten. Was aber überflüssig ist, muss weg!

Als Beispiel greife ich einfach mal Harry Potter und die Twilight-Reihe auf, weil diese Bücher sehr bekannt sind.
Wenn ich mich recht entsinne, wird während Harry Potters gesamter Schullaufzeit nur einmal davon berichtet, dass er ein Bad nimmt (Band 4). Auch davon, wann und wie oft er eine Toilette aufsucht wird nicht berichtet, außer, es ist für den Fortgang der Geschichte wichtig. So etwa in Band 1 und in Band 2. Allerdings besucht er da die Örtlichkeiten (der Mädchen) aus zweckfremden Gründen.
In den Twilight-Büchern wird öfters erwähnt, dass Bella duschen geht oder Zeit im Badezimmer „für Menschliches“ braucht. Warum das Sinn macht, das zu erwähnen und auch ein paar nette „Aha!“-Erlebnisse schafft, leuchtet jedem ein, der die Reihe kennt (Ich möchte hier nicht spoilern).
Würde ich aber jedes Mal schreiben, dass mein/e Protagonist/in zur Toilette geht, duscht oder ein Bad nimmt, würde sich der Leser schnell fragen, was das soll?

Dieses Beispiel ist bewusst auffällig gewählt. Wesentlich öfter verzetteln sich manche, indem sie detailiert beschreiben, was eine Person zwischen zwei relevanten Handlungen noch so alles macht:

Sie stand auf und streckte sich. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es höchste Zeit war. Sie ging ins Bad und duschte. Dann ging sie in die Küche und machte sich einen Kaffee. Dazu aß sie einen Marmeladentoast, den sie sich schnell zubereitet hatte. Dann ging sie wieder ins Badezimmer, um sich die Haare zu kämmen und zu schminken. Dann schnappte sie sich Schlüssel und Handtasche und ging aus dem Haus. Es regnete.

Langweilig, nicht wahr?
Das Ganze lässt sich wunderbar herunterkürzen auf:

Als sie an diesem Morgen das Haus verließ, regnete es.

Solche Kürzungen sind schmerzhaft, weil jedes einzelne geschriebene Wort eine Leistung ist, die einem weggenommen wird. Man hat Zeit, Mühe und Herzblut in einen ganzen Absatz investiert und der soll jetzt einfach gestrichen werden? Dieses Gefühl sich selbst zu berauben ist ganz scheußlich. Man stelle sich vor, gerade die ganze Wohnung geputzt zu haben nur um dann gezwungen zu werden, einen Eimer Matsch über den blitzblanken Fußböden auszukippen.
Doch leider muss es manchmal sein.

Die gute Nachricht ist, dass es besser wird. Anfangs habe ich mich mit Kürzungen sehr schwer getan, musste aber bald schon zugeben, dass jeder meiner Prosatzexte von Kürzungen profitiert hat.
Vor Allem bei Kurzgeschichten tut das dem Text einfach nur gut. Ich habe mir daher angewöhnt, bei kurzen Texten IMMER hinterher noch zu schauen, ob ich etwas kürzen kann, auch wenn ich es von den Vorgaben her gar nicht müsste. Gerade bei Kurzgeschichten kommt es darauf an, den Leser zügig in die Handlung einzuführen, rasch Spannung aufzubauen und das Ganze entsprechend schnell aufzulösen. Bei längeren Texten oder gar Büchern hat man so gesehen mehr Zeit. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass nicht jeder Leser die Geduld besitzt, langatmige Passagen durchzulesen.

Egal ob man kürzt, weil man muss (z.B., weil man für einen Beitrag 1.000 Zeichen zu viel hat) oder ob man es freiwillig tut, man muss sorgsam vorgehen. Wichtig ist, dass die Handlung nach wie vor Sinn ergibt und die einzelnen Stränge und Reaktionen weiterhin aufeinander aufbauen. Man kann man nicht einfach hier und da einen Satz weglassen, sondern muss den übrig geblieben Text unter Umständen „operieren“, ihn umschreiben. Das ist schmerzhaft und langwierig, verschafft einem aber auf Dauer die Übung, die man braucht, um seinen Schreibstil zu verbessern.

Ein gutes Maß ist, sich nach jedem Absatz oder nach jedem Kapitel zu fragen: „Wie lautet die Aussage dieses Absatzes? Was möchte ich dem Leser an dieser Stelle vermitteln? Wie wird die Handlung hier vorangebracht? Welche wichtigen Informationen sollen vermittelt, welche Stimmung erzeugt werden?“

Findet man auf keine dieser Fragen eine Antwort, kann der Absatz getrost gelöscht werden.

Eine weitere, gute Möglichkeit zu kürzen ist es, einfach das ein oder andere überflüssige Füllwort und eventuell auch mögliche „Weichmacher“ zu streichen:
„Eine weitere Möglichkeit zu kürzen ist es, Füllwörter und ‚Weichmacher‘ zu streichen.“